10-07-2025, 00:58 - Wörter:
Es waren wohl wenige Minuten, die Nadir gerade nutzen konnte, um diesen Brief zu verfassen. Der Vorteil gegenüber seiner Bewacher war, dass er den Palast in- und auswendig kannte - und sich hier und da durchaus mal verstecken musste. Und so nutzte er die wenigen Vertrauen, die er hatte, um Pergament und Tinte zu beschaffen, um die Bewacher in den richtigen Momenten abzulenken und zu garantieren, dass der Brief niemals jemand anderem in die Hände fiel, denn Naila in Gefahr zu bringen, das konnte er nicht über das Herz bringen.
Und so ließ er sich in einer Art Keller nieder, um den Brief in Hektik zu schreiben - weit weg von der Poesie, die ihm sonst so anmutete. Als er aufbrach, versprach er Naila, ihr hier und da ein Gedicht zukommen zu lassen. Nun war dies wohl der einzige Brief, den sie von ihm bekommen würden - mit Informationen, die er ihr gern erspart hätte.
Eine Träne fiel auf seinen Namen, als er die Feder ablegte und tief durchatmete. "Der Brief ist absolut vertraulich. Sollte Gefahr bestehen, dass jemand ihn bekommt, weißt du was zu tun ist." Die Sklavin, die er seit Jahren kannte, nickte ihm zu und machte sich auf. Nach wie vor fühlte sich Nadir unwohl, die Risiken waren recht groß, doch ... welche Alternative blieb ihm? Er verließ das Versteck, damit jenen Ort niemand aufdecken würde und begab sich zurück in die Nähe der "Bewacher", die ein Auge auf ihn warfen.
Und so ließ er sich in einer Art Keller nieder, um den Brief in Hektik zu schreiben - weit weg von der Poesie, die ihm sonst so anmutete. Als er aufbrach, versprach er Naila, ihr hier und da ein Gedicht zukommen zu lassen. Nun war dies wohl der einzige Brief, den sie von ihm bekommen würden - mit Informationen, die er ihr gern erspart hätte.
Zitat:Liebste Naila,
es fällt mir schwer, diesen Brief mit einem gewohnt optimistischen Spruch zu eröffnen, denn mein Brief sucht dich bedauerlicherweise nicht aus guten Gründen auf. Womöglich wirst du nach diesem Brief nicht mehr viel von mir hören, denn ... es veränderte sich viel in Matariyya - und es ist mir wichtig, dass du dies von mir hörst. Lange zögerte ich, dir diesen Brief zu schreiben. Womöglich um dich zu schützen. Letztlich wollte ich zu dir, liebste Nichte, stets ehrlich sein, das habe ich dir mal geschworen ... und so werde ich es auch diesmal sein.
Dein Vater, der König, mein Bruder, ist tot. Mithilfe einer Feuers wurde die Palastgarde abgelenkt, während andere gekauft oder Verräter waren. Ich weiß nicht, wie dein Vater starb. Ich weiß auch nicht, ob er litt oder schnell verstarb. Ich versuche mir einzureden, dass es ihm nun besser geht. Doch auch dein Bruder, Fayyad, hat es nicht geschafft. Ich wünsche, dass ich im richtigen Moment am richtigen Ort gewesen wäre, doch ... wahrscheinlich hätte ich mich nur zu ihnen gereiht. Du kannst mir glauben, liebste Nichte, dass ich nicht ruhen werde, bis Gerechtigkeit herrscht. Dass ich nicht vergesse, was unserer Familie angetan wurde, das verspreche ich dir.
Deine Mutter wurde entführt. Ich weiß nicht, wo sie ist und wie es ihr geht, doch ... ich rede mir ein, dass sie weder Gründe noch Vorteile hätten, sie zu töten. Sie ist eine starke Frau und wird überleben, das weiß ich; ganz gleich, wo wir uns sehen werden.
Lediglich Malek konnte überleben, das weiß ich, ich konnte ihn noch wegschicken und die Position halten bis sie auch mich verhafteten und einsperrten. Ich bin nun Gefangener - oder wohl eher ein Gast - in unserem eigenen Zuhause.
Es schmerzt mich am meisten, dass ich dich nicht in den Arm schließen kann, während ich dir diese Worte mitteile. Zugleich bitte ich dich, nicht zu verzagen und vor allem nicht zu probieren, etwas zu ändern. Wenn ich etwas gelernt habe, dann die Tatsache, dass Geduld hierbei wohl unsere einzige Chance ist. Und wir werden jenen, die uns das angetan haben, weh tun - nicht heute, nicht morgen, aber früh genug.
Behandle diesen Brief und diese Informationen in absoluter Vertraulichkeit, schreibe mir keine Antwort und sorge dich nicht um mich: Ich bin schon aus schlimmeren Schlangennestern herausgekommen.
In Trauer und Liebe
dein Onkel Nadir
Eine Träne fiel auf seinen Namen, als er die Feder ablegte und tief durchatmete. "Der Brief ist absolut vertraulich. Sollte Gefahr bestehen, dass jemand ihn bekommt, weißt du was zu tun ist." Die Sklavin, die er seit Jahren kannte, nickte ihm zu und machte sich auf. Nach wie vor fühlte sich Nadir unwohl, die Risiken waren recht groß, doch ... welche Alternative blieb ihm? Er verließ das Versteck, damit jenen Ort niemand aufdecken würde und begab sich zurück in die Nähe der "Bewacher", die ein Auge auf ihn warfen.
![[Bild: Pedro-Pascal-Signatur.png]](https://i.ibb.co/560Ch4M/Pedro-Pascal-Signatur.png)
