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Love wounds and marks any heart
23.11.1016 - 18:00
Hollowsgate | Gästezimmer einer Taverne
Trigger: Krieg

Leif & Aleena | kurz
December never felt so wrong
Aleena Stelhammer
Winterland - Admin
Alter 21
Beruf Prinzessin
Wohnort Norsteading
Stand Verheiratet
User Nessi
#1
Knarzend protestierte das marode Holzgestell, als sich die junge Prinzessin vorsichtig auf die steinharte Matratze setzte. Etwas ungeschickt sah sie sich mit erhobener Augenbraue in dem einfachen Gästezimmer der Taverne um und warf danach beinahe hilfesuchend den Blick ihrer eisblauen Augen zu ihrem Mann. Sie wusste, dass nicht jede Ortschaft ein eigenes Fürstentum hatte und dementsprechend auch keine Burg oder ein Gestüt, oder irgendetwas, was mit dem Luxus einer eigenen Burg zu vergleichen war... Doch es war das erste Mal in ihrem Leben, dass Aleena Stelhammer in einer einfachen Taverne zu Besuch war. Und dann war auch sogleich noch geplant, dass sie hier die Nacht miteinander verbrachten. Nicht so, wie man jetzt denken könnte, bei der Tatsache, dass sie Eheleute waren, sondern mehr so, wie es Freunde tun würden. Denn seit Beginn ihrer Schwangerschaft waren sie überraschenderweise zu genau so etwas geworden: Freunde. Irgendwie jedenfalls. Ehrlich gesagt hatte die blonde Kronprinzessin in ihrem ganzen Leben noch nie eine richtige Freundin gehabt - eher Angestellte - geschweige denn einen männlichen Freund, doch sie war sich ganz sicher, dass es sich so anfühlen musste. Leif und sie, sie trugen den gleichen Familiennamen, würden irgendwann Seite an Seite das Winterland regieren, doch Liebende waren sie auch nach so vielen Jahren immer noch nicht geworden. Die Kluft zwischen ihnen war noch vorhanden, aber sie war kleiner geworden, seitdem sie beide wussten, wofür sie das Alles taten. Nämlich für das Herzchen, das tief in ihrem Inneren kräftig schlug. Mittlerweile war Aleena im dritten Monat schwanger, wurde regelmäßig von den Heilerinnen in Wintergard untersucht und seit wenigen Wochen konnte man sogar endlich einen kleinen Bauchansatz erkennen. Als die junge Frau ihren eigenen Körper im Spiegel betrachtet hat und sie endlich eine kleine Wölbung an ihrem sonst so flachen Bauch erkennen konnte, hatte sie vor Freude angefangen zu weinen.

Nach intensiver Rücksprache mit besagten Heilerinnen waren sie gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass es ihrer Gesundheit keinen Abbruch tun würde, wenn sie eine Tagesreiste nach Hollowsgate unternahm. Denn es waren schon wieder Wochen vergangen, seit sie ihren Mann, den Vater ihres Kindes, das letzte Mal zu Gesicht bekommen hat. Und auch, wenn es zwischen ihnen keine romantische Beziehung gab, vermisste sie ihn. Seine raue Stimme, seine Bärenhände und die Art und Weise, wie er sie ansah, seit er wusste, dass sie sein Kind unter dem Herzen trug.

Natürlich wurde die junge Frau auch von Ängsten geplagt, immerhin war die politische Situation noch immer aufgeheizt und gemeingefährlich und sie wusste, dass Leif es sich nicht nehmen lassen würde, das Frühlingsland an vorderster Front mit zu unterstützen. Und irgendwie... auch, wenn sie es sich kaum erklären konnte... freute sie sich ein wenig für ihn. Die Stelhammer hielt gar nichts von dem Blutvergießen, was ihr Bruder in die Wege geleitet hat, aber sie wusste, dass es das war, wofür Leif lebte. Für den Kampf. Für den Sieg. Dass er jetzt die Möglichkeit bekam in seinem Element vollständig aufzugehen, machte seine Ehefrau glücklich. Denn so hatte sie nicht mehr das Gefühl, dass sie für sein Glück verantwortlich war. Ein Umstand, der sowieso seit vielen Jahren zum scheitern verurteilt gewesen war.

Schwer schluckte die Blondine, während sie etwas Mühe hatte in dem engen Kleid tief durchzuatmen. Ihre Zofen achteten darauf, dass die Kleider, die sie fortan trug, schön weit am Bauch waren, aber das änderte nichts an den Brustkorsagen, die ihr seit sie denken konnte, immer wieder die Luft abschnürten. Vor allem im Sitzen. Ihre Augen richteten sich auf ihren Mann, der wie ein Bär gerade in das Zimmer gestapft kam.

"
Ich habe dich vermisst
", hallte ihre Stimme sanft durch den Raum.
[Bild: j6XVt2e.png]
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Commander of Wolves
Leif Stelhammer
Winterland - Admin
Alter 24
Beruf Kronprinz von Norsteading
Wohnort Wintergard, Norsteading
Stand Verheiratet
User Letha
#2
Zugegeben, Leif hatte Aleena auf all seinen Reisen eigentlich nie so wirklich vermisst. Er hätte zwei, drei Monate verbringen können, ohne mehr als gelegentlich an sie zu denken, ohne in einem Moment mit seinen Brüdern in Schweigen zu verfallen und ihr Gesicht zu sehen, ohne nachts aufzuwachen, weil die Seite neben ihm kalt war. Was er mittlerweile im Gesicht seines Schwagers sah, hatte er nie mit Aleena verbunden - diese Weichheit, die nur eine Frau aus dem stärksten Krieger herausholen konnte. Reinka tat dies mit Erik. Seine Mutter mit Ariald, seinem Vater. Valda tat es mit Leif, und sie würde für immer der Schwachpunkt bleiben, der den Kronprinzen zu einem einfachen Mann, einem verletzlichen Vater machte. Doch Aleena?
Als Leif vor wenigen Wochen über Schlachtplänen gebrütet hatte, war ihm kurzweilig die Frage gekommen, ob sie vielleicht jemanden hatte, den sie schwach machte. Jemanden, der öfter in ihrem Umfeld verweilte als ihr Ehemann es tat, der sie auch nicht mit Pflicht in Verbindung brachte und nicht wie ein Hund immer den Schwanz einzog, wenn er sich mit ihr beschäftigen musste. Es war ihm nie in den Sinn gekommen, dass es ja jemanden geben könnte, der sie glücklicher machte, als er je im Stande wäre, und vielleicht… Vielleicht wollte ein kleiner Teil von ihm das sogar. Wenn sie jemand anderen hatte, würde das sicher einen Teil der Schuld von seinen Schultern nehmen, richtig? Er wollte ihr das Leben nicht so schwer wie möglich machen. Bei Heofader, in der Zeit, wo sie sich nicht gesehen hatten, hatte er sich sogar dazu durchgerungen, ihr zu schreiben. Echte Briefe zu schreiben, von denen er hoffte, dass sie diese einfach ins Feuer geschmissen oder irgendwo verwahrt hatte, wo er sie nie wieder zu Gesicht bekommen musste, weil er sich dafür schämte. Leif war kein Poet. Er war kein nach Rosen riechender Prinz aus dem Frühlingsland, der Aleena auf den Händen tragen und warm halten konnte. Aber niemand konnte ihn mittlerweile dafür anprangern, dass er sich nicht wenigstens auf seine Art Mühe gab.

Und jetzt, wo er in das teuerste Gästezimmer dieser schlichten Stube fand, die er nur für Aleena hatte heraussuchen lassen, und sie dort so verloren auf dem Bett sitzen sah, stellte er doch tatsächlich fest, dass er sie vermisst hatte. Wie ihr Blick hilfesuchend auf ihm lag, als könnte er etwas an ihrer Situation ändern, die blonden Haare hochgesteckt in ein Kleid gehüllt, das sie schmaler aussehen ließ als sie war, mit ihren sanften Stimme, die kaum die Stille im Raum zu verdrängen schien. Ja, er hatte sie vermisst, drückte das Lächeln aus, das sich durch den frisch getrimmten Bart grub, ungefälscht und breit. Im Gegensatz zu ihr brummte seine Stimme klar durch den Raum, ohne dass er sich anstrengen musste.
“Hm, ich dich auch.”
Musste er sich dafür rechtfertigen, dass sich seine Gefühle ihr gegenüber verändert hatten? Dass er, nachdem sie sich einen Monat nicht gesehen hatten, seine Stiefel etwas eiliger abstreifte als notwendig? Dass er sich schmerzlich bewusst wurde, wie viel er verpasst hatte, während sein Blick an ihrem Körper herunter wanderte und an dem Stoff hängen blieb, der über ihrem Bauch bauschte? Seine Schritte fühlten sich leichter an, als er die Distanz zum Bett überquerte und sich neben sie mit dem Bauch voran auf die Matratze fallen ließ. Er dachte ehrlich gesagt gar nicht wirklich nach, da griff sein Arm schon nach ihrer Schulter und zog sie zurück, damit sie neben ihm landete. Liegend, vermutlich überrascht, weil er sie nie so anpackte. Und? Diese Frau trug seinen Sohn unter ihrem Herzen, und er hatte sie über einen Monat nicht mehr in seinen Armen gehalten. Hatte seinen Sohn nicht in seiner Nähe gewusst. Jetzt, wo er all das nachholen konnte, wanderte seine Hand nach unten und blieb auf ihrem Bauch ruhen, als bräuchte er die Nähe, um anzukommen. Ein Brummen drückte sich durch seine Kehle in die Matratze, ehe er seinen Kopf drehte und Aleena ins Gesicht sah.
“Du solltest nicht sowas Enges tragen. Wie willst du damit atmen?”
, kommentierte er schließlich, die Finger dabei den unteren Saum der Korsage ertastend.
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December never felt so wrong
Aleena Stelhammer
Winterland - Admin
Alter 21
Beruf Prinzessin
Wohnort Norsteading
Stand Verheiratet
User Nessi
#3
Mehr Brummen, als Stimme, hallte durch den Raum und kam mehr in ihrem Herzen, als an ihren Ohren an. Sie konnte spüren, dass er die Wahrheit sagte. Dass sich etwas zwischen ihnen verändert hatte. Sie waren nun mehr ein Team, zogen am selben Strang und standen Seite an Seite. Meist eher emotional, als symbolisch, aber auch das würde sicherlich noch kommen. Glücklicherweise regierten Leifs Eltern, ihre Schwiegereltern, noch immer voller Gesundheit und mit eiserner Hand, sodass Aleena sich fortan vollkommen auf ihre Schwangerschaft konzentrieren konnte.
Aufmerksam lag ihr Blick auf der massigen Gestalt ihres Mannes. Wortkarg wie immer, durchquerte er das Zimmer und ließ sich mit einem beängstigenden Knarzen auf das Holzgestell fallen. Wäre die Matratze so weich gewesen, wie es zu Hause in ihrer Burg der Fall war, wäre Aleena nun sicher ein paar Zentimeter in die Höhe gehüpft, weil sein schwerer Körper neben ihr auf dem Stoff aufschlug, doch hier hatte sie sich selbst ein bisschen erhoben. Nur für den Fall, dass das Gestell unter ihnen beiden zusammenkrachte. Ihr schoss die Röte plötzlich in die Wangen, als ihr der Gedanke kam, dass andere Gäste im Gasthaus gewisse... Dinge denken konnten. Sie waren immerhin gemeinsam in dieses Zimmer verschwunden. Ohje ohje. Mit vor Röte bedeckten Wangen quietschte sie plötzlich leise, als sie den starken Arm ihres Mannes spürte und gar keine andere Wahl hatte, als sich ebenfalls neben ihn hinzulegen. Sie kicherte leise und wünschte sich, diesen Augenblick festzuhalten. Niemals hätte sie gedacht, dass sie neben ihm im Bett liegen und lachen würde. Es war so viel einfacher geworden, seitdem sie schwanger war, sodass ihr nun schon mehr als einmal der Gedanke gekommen war, dass das definitiv nicht das letzte Kind sein würde. Oder wer weiß, vielleicht würde es auch ausreichen, ihm einen Erben zu schenken. Denn auch wenn sie es liebte schwanger zu sein und sie diese Verbundenheit mit ihrem Mann sehr genoss, so wusste sie nicht, ob sie noch einmal das Bett mit ihm teilen wollte. Es waren immer recht... unangenehme Momente zwischen ihnen gewesen. Gar nicht mal körperlich unangenehm, sondern emotional. Wie eine Pflicht, die erledigt werden musste... Nur dass diese Pflicht eben ihre Intimität war. Und das überein zu bringen war für die junge Frau manchmal gar nicht so einfach.

"
Manchmal wünschte ich, ich könnte auch eher so eine Rüstung tragen
", murmelte sie immer noch grinsend und deutete mit einem Kopfnicken auf die Metallplatten, die Leif normalerweise an seinen Armen und Beinen trug, die jetzt aber achtlos in einer Zimmerecke lagen. "
Wobei das Gewicht mich vermutlich bewegungsunfähig machen würde
", kicherte sie noch immer und genoss die warme Berührung auf ihrem Bauch. Sie legte ihre Hand auf seine große Pranke und wünschte sich endlich das erste Mal Kindsbewegung spüren zu können. Laut den Heilerinnen konnte es bald soweit sein, doch bisher war nur die morgendliche Übelkeit und der bittere Geschmack im Mund ihr Indiz dafür, dass da ein Kind in ihrem Bauch heranwuchs.
"
Frauen können nicht einfach irgendein Kleid tragen. Prinzessinnen schon mal überhaupt nicht
", seufzte sie leise und zuckte mit den Schultern. Sie war nicht daran interessiert die wenige Zeit, die sie zusammen hatten, über solch belanglose Dinge zu sprechen. Aleena war diese Art Kleid gewohnt. Auch, selten tief durchatmen zu können.

"
Laut den Heilerinnen könnte es bald soweit sein, dass man Kindsbewegung spüren kann
", erzählte sie ihm freudestrahlend und wackelte aufgeregt mit den Füßen, die mittlerweile ebenfalls auf dem Bett lagen. "
Wisst ihr schon, wie lange ihr weg sein werdet?
", fragte sie leise und streichelte mit ihrem Daumen über seinen Handrücken.
[Bild: j6XVt2e.png]
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Commander of Wolves
Leif Stelhammer
Winterland - Admin
Alter 24
Beruf Kronprinz von Norsteading
Wohnort Wintergard, Norsteading
Stand Verheiratet
User Letha
#4
“Was, so eine?”
Leifs Kopf folgte Aleenas Fingerdeut, während sich seine Augenbrauen ein wenig zusammengezogen und er die Rüstungsteile fokussierte, die mittlerweile schon wie eine zweite Haut für ihn waren. Ihr Gewicht war im Vergleich zu den Teilen seiner vollwertigen Rüstung so gering, dass er schon gar nicht mehr registrierte, ob er sie trug oder nicht.
“Das ist nichts gegen meine richtige Rüstung”
, merkte er an und drehte seinen Kopf wieder zu Aleena, für einen Moment ihr helles, freudiges Gesicht betrachtend, während sie kichernd darüber sinnierte, selbst eine Rüstung zu tragen. Schließlich stahl sich die Belustigung auch in seine Gesichtszüge, nur ein warmer Hauch von der ungefilterten Rauheit, die er seinen Freunden entgegen brachte. Ein kleiner Funke von dem Wolf, der witzelnd seine Zähne bleckte und doch genau die richtige Seriosität an den Tag legte, dass man manchmal nicht ganz wusste, auf welcher Seite der Münze man sich nun befand.
“Wir könnten dir eine anfertigen lassen. Aus leichtem Metall, damit du dich bewegen kannst.”
Warum eigentlich nicht? Selbst Aleena machte sich mittlerweile sicher nichts mehr vor, zu ignorieren, in welche Familie sie hinein geheiratet hatte, in welche Kultur. Dass Frauen hier Rüstungen trugen, war vollkommen normal. Es zeugte von Stärke, wenn sie sich dem Bild ein wenig anpasste, wenn auch nur optisch - und würde Leif selbst vermutlich mächtig stolz machen.
“Ein Brustharnisch, Armschienen. Reinka kann dich beraten, wenn du magst.”
Im Endeffekt war es doch ihre Entscheidung, Leif hatte längst aufgegeben, sie für etwas zu halten, was sie nicht war. Es war ihm lange schwer gefallen, sie als das zu akzeptieren, was sie war; eine Blume an seiner Seite, die kaum mehr mit ihm teilte als königliches Blut und den Glauben an Heofader. Er wusste nicht einmal, ob sie eine große Familie wollte. Ob sie gerne Mutter sein wollte, oder ob es nur ein weiteres Bild war, in das man sie gedrängt hatte, ohne ihre Wünsche zu berücksichtigen. Hatte er sie jemals gefragt?
“Schwachsinn. Wen kümmert es, was du hinter geschlossenen Türen trägst?”
, konterte er direkt, aber nicht schneidend. Die Müdigkeit vom Tag machten sich hier bemerkbar, wo er - abseits von jedem Auge, das Stärke und Führungskraft von ihm erwartete - endlich herunterfahren konnte. Endlich eine Matratze und eine Frau an seiner Seite genießen konnte; seine Frau, wohlgemerkt. Das Gefühl von Ankommen machte ihn träge, und die Wärme unter seiner Hand ließ ihn kurz die Augen schließen.
“Wir sind in einem stinknormalen Gasthaus, niemand erwartet, dass du dich für einen Ball präsentierst.”
Realisierend, dass er seine Worte vielleicht ein wenig zu hart gewählt hatte, fügte er noch hinzu:
“Mir ist nur wichtig, dass es dir und unserem Sohn gut geht. Du musst dich für mich nicht in Schale werfen.”
Ehrliche Worte, die in der Ruhe zwischen ihnen mehr Gewicht trugen als wenn er sie laut im Beisein von seinen Gefolgsleuten aussprach. Seine Frau hier zu halten, mit dem Leben unter seiner Hand, von dem man noch nichts sah, es aber spüren konnte, füllte ihn mit einer anderen Verantwortung. Einer, die ihm nicht fremd war - nicht mehr, seit er von Valda erfahren hatte - aber eine, die zwischen den beiden Eheleuten bisher nicht existiert hatte. Alles, was Leif wollte, war das Leben in Aleena mit seinen bloßen Händen zu beschützen. Es war so einfach, so simpel, wenn man auf einmal damit konfrontiert wurde, was es bedeutete, Vater zu werden. Vater zu sein.
“Mhm”
, brummte er zufrieden und seine Hand festigte sich ein wenig auf ihrem Bauch, als könnte er forcieren, dass sich etwas bewegte. Es waren diese kleinen Freuden, die er nie hatte ausleben können. Freuden, von denen er wusste, dass er viele verpassen würde. Schon wieder. Aleena sprach es an und Leif antwortete erst nicht, weil er dem Schatten keinen Raum geben wollte, von dem er wusste, dass er über ihnen hing. Seit sie sich im Juni dafür entschieden hatten, der Kampagne von Charles zu folgen, war er sich der Konsequenzen bewusst, die ein Krieg für ihn haben würde; nicht nur für ihn als Kronprinzen eines Landes, sondern für ihn persönlich. Veränderung verlangte Opfer, das hatte er damals schon gewusst und akzeptiert.
Selbst wenn die Opfer beinhalteten, dass er nicht dabei sein konnte, wenn sein Sohn auf die Welt kam.
“Eine Weile”
, antwortete er vage, nicht gewillt, mehr Auskunft über einen Sachverhalt zu geben, den er weder ändern noch vorhersagen konnte. So lange, wie wir brauchen, um zu gewinnen, wollte er noch hinzufügen, tat es aber nicht. Genauso hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass er gar nicht mehr zurückkehrte. Die unschöne Wahrheit war, dass er die Frage nicht beantworten konnte, ohne Dinge zu beschönigen oder außen vor zu lassen. Leif glaubte daran, dass sie gewinnen konnten, sonst wäre er nicht in der Lage, seine Landsleute hinter sich zu versammeln und mit Worten den Kriegsgeist in ihnen zu schüren. Aber er war nicht naiv. Er wusste, dass viele Faktoren in Sieg und Niederlage mit hinein spielten, die er genauso wenig beeinflussen konnte wie Charles. Das Leben war keine Lehrschrift, die vorschrieb, wie man einen Krieg in drei Monaten gewinnen und unverändert nach Hause zurückkehren konnte.
Es war nichts, mit dem er Aleena belasten wollte; wenn überhaupt, dann war er hier, um die wenigen Stunden mit ihr und ihrem gemeinsamen Sohn zu schätzen, bevor er seinen Fokus wieder darauf legte, was vor ihm lag. Warum also nicht die Schwere mit etwas Humor aufheben?
“Ich wette, Vater lässt keine Gelegenheit aus, zu betonen, wie angenehm ruhig es in der Burg ohne seine Söhne ist. Hat er schon angefangen, sich allein zu betrinken?”
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