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A calm conversation
17.05.1011 - 07:00
Ceridwen's Heiligtum

Herbstland
Ailean Cranstoun
Herbstland
Alter 38
Beruf Druide
Wohnort Ceridwens Heiligtum
Stand Verpartnert
User Runa
#1
Hier im Heiligtum gab es immer etwas zu tun und er genoss es jedes Mal hier zu sein. Seine Wege führten ihn oft auch weg um beratende Tätigkeiten auszuführen, aber jetzt....jetzt war er hier und verfolgte das Geschehen. Er spazierte gerne einmal und dachte über verschiedene Dinge nach. So passierte es auch dass er den Teich entlang lief und dort jemanden antraf. Yue Bai. Seit einem Monat war sie hier und sie machte ihre Aufgaben als Priesternovizin sehr gut. Zumindest wenn er das so sagen konnte. Immer wieder stellte er sich die Frage wie es sich anfühlte an einem Ort wie diesem zu sein und sein bisheriges Leben aufgeben zu müssen. So etwas war ihm nie widerfahren. Bis jetzt hatte er immer einen positiven Eindruck von ihr gehabt und sie war auch immer freundlich gewesen. Wenn auch etwas distanziert, aber das konnte er nachvollziehen.

Ihn verwunderte es etwas dass sie hier am Teich war, aber das hatte ganz sicher seine Gründe. Mit langsamen Schritten trat er näher an sie heran und lächelte freundlich als er nahe genug war und eine Begrüßung ansetzte.
"Hallo. Ich hoffe ich habe dich gerade nicht bei irgendeiner Sache gestört?"
Ailean konnte das immer so schlecht einschätzen. Es sah nicht danach aus aber man konnte es nie wissen. Manchmal war man auch einfach in Gedanken versunken und das sah man auch nicht jeden an. Ailean blickte zum Teich und genoss die Aussicht.
"Ich komme öfters hier her. Besonders wenn ich über ein paar Dinge nachdenken muss die mich nicht loslassen. Wenn ich wieder gehen soll dann kannst du es mir ruhig sagen."
Dann würde er dieser Bitte nachkommen und weitergehen. Gestört zu werden war nie schön und er wollte nicht der Grund dafür sein.
[Bild: 400x2010.jpg]
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The Stranger with the Healing Hands
Yue Bai
Herbstland - Admin
Alter 25
Beruf Priester-Novizin
Wohnort Ceridwens Heiligtum
Stand Verlobt
User Letha
#2
Eine Fremde starrte aus dem Teich zurück. Das quellklare Wasser tat nichts, um die Spuren der Wüste von ihrer Haut zu wischen und sie neben all den blassen Gesichtern untergehen zu lassen. Ihre Augenform passte nicht hierhin, mandelförmig und stromlinig, ihre Nase nicht, flach und stupsig, die Gesichtsform nicht, rund und jugendlich. Die Fremde versteckte ihr nachtschwarzes, glattes Haar unter der Kapuze ihres Umhangs, und doch war es nur ein weiterer missglückter Versuch, sich anzupassen. Dass sie nicht hierhin gehörte, hatte man ihr heute mehr als deutlich gemacht.
Es waren nicht die Worte, die Yue verletzten, denn die hatte sie bei aller Liebe kaum verstanden. Es war auch nicht die fehlende Freundlichkeit, die man ihr entgegen brachte, denn wenn überhaupt, dann hatte man sie nur zuvorkommend behandelt. Was konnte sie sich schon beschweren, wenn hinter dem Lächeln eine Distanz ruhte, die nur Menschen vorbehalten war, die nicht dazu gehörten. Wenn in den Augen Kälte glänzte, weil sie, eine Fremde, es wagte, in den Kreis einzubrechen und die alt eingesessenen Priesterinnen mit ihren Kinderträumen bloßzustellen. Jeder hier im Heiligtum behandelte sie so, als hätte sie sich das alles hier ausgesucht, aber niemand fragte, was hinter ihrem eigenen Lächeln ruhte, wenn sie sich für die Gastfreundschaft bedankte.
Vielleicht brauchte ihr Geist auch einfach diesen Rückzug an der Quelle, die in einem Teich mündete. Wenn Yue schwer zu Ruhe kam, suchte sie gerne die Einsamkeit der Natur. Die schlichte, raue Schönheit von einfachem Laub, kalter Luft und dem kleinen Leben unter ihren Füßen schob sie oft in den Schoß von Wirklichkeit und ihrem eigenen Zentrum. Doch was sie sonst immer erdete, ihr stets einen Halt gab, schien heute ungreifbar zu sein.

In dem seichten Nebel, der Ceridwens Heiligtum stets in einen milchigen Schleier legte und am Morgen frische Tropfen auf der eigenen Haut ablegte, sah sie den Mann nicht kommen, bis er auf einmal seine Stimme erhob. In der Hocke am Teichufer, wo der Saum ihres hellblauen Novizengewands vom Schlamm dunkel gefärbt war, fuhr die Spitze ihres Zeigefingers durch den klaren Wasserspiegel und durchtrennte ihr Spiegelbild. Die Stimme ließ sie deutlich zusammenzucken und ihre Hand aus Reflex zurückziehen. Mit großen, ertappten Augen schaute sie auf und formte ein einfaches
„Oh“
. Das ließ sie im Angesicht eines Druiden, vermutete sie mal, natürlich besonders elegant wirken, weshalb sie noch hastig hinzufügte:
„Ah, hallo.“
Hatte er sie gestört? Eine dünne Falte bildete sich zwischen ihren Augenbrauen, bevor sie wieder zu ihrem Spiegelbild sah, ungetrübt in dem ruhigen Wasser.
„Äh…“
, setzte sie an und irgendwie hatte sie das seltsame Gefühl, selbst noch nicht ganz da zu sein.
„Nein. Nein, du hast nicht gestört.“
Yue hatte eine sanfte Stimme, besonders klar, wenn sie die Wahrheit sprach. Er störte nicht. Wenn überhaupt, dann war sie diejenige, die nicht in dieses Bild, und nicht in dieses Land passte.
In einer raschen Bewegung wandte sie sich von ihrem Spiegelbild ab und erhob sich. Das Uferwasser zu ihren Füßen schlug leichte Wellen, als sich ihr Gewand mit ihr bewegte. Sie nahm sich nur kurz die Zeit, einen Blick auf die Gestalt vor ihr zu werfen und richtete ihren Blick dann lieber auf das Laub zwischen ihnen.
„Es ist wirklich ein schöner Ort, um nachzudenken, oder… zu meditieren vielleicht.“
Unbewusst schälte sich ihre Hand aus den weiten Ärmeln ihres Umhangs und umfasste ihren anderen Unterarm.
„Kommst du jeden Morgen hierher? Ich wollte dich nicht in deiner Routine stören, wie auch immer…“
Die aussehen soll, doch die Novizin beendete ihren Satz nicht.
„Tut mir leid.“
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