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The River in Her Eyes.
19.11.1016 - 23:00
Großkönigspalast, Nailas und Orpheus Gemächer
Trigger: Verlust in der Familie, Erwähnung von Tod und Mord

Nightingale in a Golden Cage
Naila Castellanos
Königsland - Admin
Alter 20
Beruf Prinzessin
Wohnort Castandor, King's Portal
Stand Verheiratet
User Letha
#1
And this Grief that has no Release
-
Growing Inwards Rooting into My Spine

Naila hatte abgenommen, oder vielleicht war es das Alter, was sie langsam zeichnete. Ihre Wangenknochen stachen markanter hervor unter dem Rouge, das die jugendliche Fülle einer frisch gebackenen Ehefrau vortäuschte. Die Schlüsselbeine waren deutlich im Feuerschein zu sehen, auch wenn die goldene Halskette von ihnen ablenken sollte. Ihre Handgelenke, die unter dem Tuch ihres gewickelten Saris hervor lugten, wirkten als könnte man sie mit einem festen Griff brechen. Und ständig lagen diese Blicke auf ihr, die auf ihre Statur abzufärben schienen. Gewichte, wenn sie ihnen direkt begegnete und wusste, dass man sich um sie sorgte, sie bemitleidete, ihr in ihrem Verlust zusprechen wollte, aber nicht wusste wie. Einfacher waren die Blicke zu ertragen, die sie abschätzten, nun, da ihr einziger Titel an ihrem Ehemann hing und ihre Herkunft jedweden Status verloren hatte. Schlimmer die noch, die aus den Schatten zu ihr aufschauten. Diener, die hinter ihrem Rücken sprachen und Imani zur Seite nahmen, um sie auszufragen. Der Blick von Rajani und Aanya, oft mit stillen Tränen durchtränkt, weil sie Nailas Schmerz nicht ertragen konnten. Nieman in ihrem Alter sollte solch einen Schmerz überhaupt erfahren. Und doch lebte sie ihn jeden Tag, als hätte Heofader sich persönlich zum Ziel genommen, sie für die Fehler ihres Blutes zu strafen.
Manche behaupteten, Naila wäre in ihrem Schmerz schöner denn je. Es war die stumme Anmut, die sie trug, während auf ihren dünnen Schultern Gewichte ruhten, die ein Mädchen wie sie nicht tragen sollte. Nachdem sie in ihrer Verzweiflung versucht hatte, mit Augusto zu reden und etwas für die Überbleibsel ihrer Familie zu bewegen, war Resignation in ihre Trauer eingekehrt. Zeitweise glaubte sie, nicht mehr richtig zu fühlen. Ihre Geschmacksnerven waren taub und ließen sie kaum Mahlzeiten anrühren, bis ihr Umfeld sie wiederholt darum bat, etwas zu sich zu nehmen. Ihre Umarmungen fühlten sich leer an, wenn sie Ranya in die Arme nahm und versuchte, mit ebenso leeren Worten zu trösten. Was hatte es überhaupt noch für einen Sinn, hier zu vegetieren? Man ließ sie nicht verhandeln. Nicht diskutieren. Überhaupt ließ man sie überhaupt nicht mehr aus den Augen, als hätte man Angst, dass sie einem durch die Finger entwischen und ihrer neugewonnen Familie den letzten Rest an Kontrolle über die Situation nehmen konnte. Was hatte Familie überhaupt noch für eine Bedeutung, wenn man sie behandelte wie eine Nachtigall im Käfig? Wenn man ihr Lied verstummte? Orpheus war nicht hier und sie war allein umgeben von Raubkatzen, die beobachten wollten, ob sie überhaupt noch einen Wert mit sich brachte.

Es machte keinen Unterschied, ob sie den letzten Brief ihres Onkels in den Händen hielt oder die formelle Einladung zur Krönung des neuen Königs, dessen Namen sie nicht ein Mal in den Mund nehmen konnte. Naila fühlte nichts mehr, wenn sie die Zeilen las und die Handschriften miteinander verglich. Heute war ihr Geburtstag und sie war gekleidet in Schwarz, doch auch das schien keine Bedeutung in ihrer Vegetation zu haben, losgelöst von Zeit und Ort.
In ihrem Gemach war sie allein mit ihrem Leibwächter, einer der wenigen Menschen, die ihr noch vertraut waren. Vertraut? In ihrer Heimat hatte man sich auch gegen ihre Familie gerichtet und sie ersetzt, wie man Steine auf einem Spieltisch ersetzte. Es musste später Abend sein, den gedämpften Geräuschen nach zu urteilen, die über die offene Balkontür hinein wehten und darauf hindeuteten, dass sich der Palast allmählich zur Ruhe begab; entfernte Stimmen, der Prinzessin nach Tagen des Schweigens nicht mehr fremd.
Eigentlich sollte Naila sich auch zur Ruhe begeben - ironisch, wenn man bedachte, dass sie den ganzen Tag nichts anderes tat als sich auszuruhen. Ihre Hand ruhte ruhig auf ihrem Schoß und hielt die öffentliche Einladung zur königlichen Krönung in den Händen, die zu dieser Stunde bereits in vollem Gange sein musste. Ihr Blick hob sich kaum von dem Pergament, als ihre Stimme durch den Raum wehte.
“Ekene, setz dich zu mir”
, bat sie, aber sie beide wussten, dass es keine Bitte war. Selten adressierte sie ein Wort an ihn, das nicht mit seiner direkten Aufgabe zutun hatte, ihr Leibwächter zu sein. Doch tat sie es nun, mit einem Blick durchtränkt von Ruhe, als er ihrer Bitte nachkam und sich setzte.
Eine halbe Minute verging, die sie ihn nur musterte, ehe sie fortfuhr.
“Wie geht es deinem Bruder? Hast du Nachricht von ihm an der Front erhalten?”
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