12-05-2025, 15:30 - Wörter:
Gemächlichen Schrittes trottete Thorin dahin – denn anders ließ sich der Gang des alten Wallachs kaum noch beschreiben. Seine Hufe setzten bedächtig auf dem vom Laub gedämpften Boden auf, während die Wintersonne blass durch die Bäume zwischen Wintergard und Wolfsmark fiel. Ein zufriedenes Schnauben, ein treuer Blick über die Schulter – und Erik musste einmal mehr einsehen, dass dies wohl eine der letzten Reisen des alten Braunen war.
Für den Krieg, der unausweichlich am Horizont lauerte, würde er ein neues Pferd brauchen. Nicht, weil er an Thorins treuem Herzen zweifelte – nie –, sondern weil die Reise, die kommen würde, mehr fordern würde, als der alte Körper des Tieres noch hergab. Und Erik wusste, mit schmerzlicher Klarheit, dass er auf einem steifen Rücken in einer Schlacht vielleicht nicht nur das Tier, sondern auch sein eigenes Leben verlieren könnte.
Trotzdem hing er an ihm – an diesem Pferd, das ihn als Kind getragen hatte, das seine Ungeduld, seinen Übermut, seine Arroganz ertragen hatte wie einen zu schweren Sattel. Thorin war kein Tier, das man einfach ersetzte.
Und so keimte in ihm ein stiller Wunsch: Dass sein eigenes Kind, wenn es so weit war, auf diesem Wallach reiten lernen würde. Denn es gab kein besseres Pferd als Thorin. Nicht für den Anfang. Nicht für ein Herz, das Vertrauen lernen musste.
Sanft legte Erik die Hand auf den Hals des alten Wallachs, tätschelte ihn im Rhythmus eines stummen Dankes. Thorins Ohren zuckten, hoben sich aufmerksam – der alte Braune hatte den anderen längst bemerkt, noch bevor Erik ihn richtig sehen konnte.
Ein prächtiger Hengst näherte sich in gemessenem Tempo, der Atem dampfte in der kalten Morgenluft. Auf seinem Rücken saß Veith, wie gewohnt gerade im Sattel, die Haltung ruhig, aber wachsam – ein Winterländer durch und durch.
Die beiden Männer trafen sich auf halbem Weg zwischen Wald und Hügelland, wo sich die Bäume lichteten und die kalte Luft offen über das Land strich. Erik spürte ein kurzes Ziehen in der Brust, nicht vom Ritt, sondern von dem, was hinter ihm lag: der Streit mit Leif, bitter und voller unausgesprochener Dinge. Sie waren beide stur.
Er war froh, Veith zu sehen. Froh, heute mit jemandem unterwegs zu sein, der weder sein bester Freund noch Teil seines Blutes war. Einfach ein anderer Winterländer – schweigsam, zuverlässig, ohne das Gewicht alter Geschichten. Ein breites Grinsen legte sich über Eriks Gesicht – eines dieser typischen, das mehr verschmitzte Wärme als echten Frohsinn trug, aber dennoch ehrlich war. Er zügelte Thorin, als Veith nahe genug war, das Knirschen der Hufe im Schnee nur noch leise zwischen ihnen. "Schön, dich mal wieder zu sehen", rief Erik, die Stimme rau vom Wind, aber unverkennbar erfreut. "Gefühlt ist’s eine Ewigkeit her..." Vielleicht lag das an der Entfernung – der Weg zwischen Wintergard und Wolfsmark war beschwerlich genug, besonders wenn der Winter begann sich richtig zu entfalten – oder einfach daran, dass das Leben sie immer wieder in unterschiedliche Richtungen zog. Beide trugen Verantwortung, Verpflichtungen.. wie das nun einmal so war.
"Ich hoffe, du hattest eine komfortable Anreise", setzte Erik an, während sein Blick kurz über Veiths Hengst glitt – kräftig gebaut, mit wachem Blick. Ein schönes Tier, Thorin legte die ergrauten Ohren leicht zurück.
Ein spitzes Lächeln stahl sich auf seine Lippen, halb gespielt, halb ernst. "Wobei – für unsereins ist’s ja schon Komfort, wenn der Sattel nicht einfriert und einem das Pferd nicht beißt." Sein Ton war leicht, fast schelmisch und nicht sonderlich ernst, aber dahinter schwang eine aufrichtige Freude mit.
Für den Krieg, der unausweichlich am Horizont lauerte, würde er ein neues Pferd brauchen. Nicht, weil er an Thorins treuem Herzen zweifelte – nie –, sondern weil die Reise, die kommen würde, mehr fordern würde, als der alte Körper des Tieres noch hergab. Und Erik wusste, mit schmerzlicher Klarheit, dass er auf einem steifen Rücken in einer Schlacht vielleicht nicht nur das Tier, sondern auch sein eigenes Leben verlieren könnte.
Trotzdem hing er an ihm – an diesem Pferd, das ihn als Kind getragen hatte, das seine Ungeduld, seinen Übermut, seine Arroganz ertragen hatte wie einen zu schweren Sattel. Thorin war kein Tier, das man einfach ersetzte.
Und so keimte in ihm ein stiller Wunsch: Dass sein eigenes Kind, wenn es so weit war, auf diesem Wallach reiten lernen würde. Denn es gab kein besseres Pferd als Thorin. Nicht für den Anfang. Nicht für ein Herz, das Vertrauen lernen musste.
Sanft legte Erik die Hand auf den Hals des alten Wallachs, tätschelte ihn im Rhythmus eines stummen Dankes. Thorins Ohren zuckten, hoben sich aufmerksam – der alte Braune hatte den anderen längst bemerkt, noch bevor Erik ihn richtig sehen konnte.
Ein prächtiger Hengst näherte sich in gemessenem Tempo, der Atem dampfte in der kalten Morgenluft. Auf seinem Rücken saß Veith, wie gewohnt gerade im Sattel, die Haltung ruhig, aber wachsam – ein Winterländer durch und durch.
Die beiden Männer trafen sich auf halbem Weg zwischen Wald und Hügelland, wo sich die Bäume lichteten und die kalte Luft offen über das Land strich. Erik spürte ein kurzes Ziehen in der Brust, nicht vom Ritt, sondern von dem, was hinter ihm lag: der Streit mit Leif, bitter und voller unausgesprochener Dinge. Sie waren beide stur.
Er war froh, Veith zu sehen. Froh, heute mit jemandem unterwegs zu sein, der weder sein bester Freund noch Teil seines Blutes war. Einfach ein anderer Winterländer – schweigsam, zuverlässig, ohne das Gewicht alter Geschichten. Ein breites Grinsen legte sich über Eriks Gesicht – eines dieser typischen, das mehr verschmitzte Wärme als echten Frohsinn trug, aber dennoch ehrlich war. Er zügelte Thorin, als Veith nahe genug war, das Knirschen der Hufe im Schnee nur noch leise zwischen ihnen. "Schön, dich mal wieder zu sehen", rief Erik, die Stimme rau vom Wind, aber unverkennbar erfreut. "Gefühlt ist’s eine Ewigkeit her..." Vielleicht lag das an der Entfernung – der Weg zwischen Wintergard und Wolfsmark war beschwerlich genug, besonders wenn der Winter begann sich richtig zu entfalten – oder einfach daran, dass das Leben sie immer wieder in unterschiedliche Richtungen zog. Beide trugen Verantwortung, Verpflichtungen.. wie das nun einmal so war.
"Ich hoffe, du hattest eine komfortable Anreise", setzte Erik an, während sein Blick kurz über Veiths Hengst glitt – kräftig gebaut, mit wachem Blick. Ein schönes Tier, Thorin legte die ergrauten Ohren leicht zurück.
Ein spitzes Lächeln stahl sich auf seine Lippen, halb gespielt, halb ernst. "Wobei – für unsereins ist’s ja schon Komfort, wenn der Sattel nicht einfriert und einem das Pferd nicht beißt." Sein Ton war leicht, fast schelmisch und nicht sonderlich ernst, aber dahinter schwang eine aufrichtige Freude mit.
![[Bild: Erik_Signatur_01.png]](https://into-oblivion.de/grafiken/RPG/Erik_Signatur_01.png)
