29-05-2025, 19:50 - Wörter:
Erik schnaubte gespielt beleidigt und ließ sich entspannt in den alten, abgegriffenen Sattel zurücksinken. "Das kannst du dir ruhig weiter einreden, Veith. Aber ich weiß, wie es wirklich um deine Gefühle steht", sagte der Norrholm mit einer Selbstsicherheit, die im Winterland vermutlich als eigene Form der Unverschämtheit galt. Ein breites Grinsen spielte um seine Lippen – spöttisch, aber voller Wärme.
"Da hast du Recht. Ich finde schon einen Grund, ein Fest auszurichten – und sei es nur, um den Erfinder des Mets zu ehren", erwiderte Erik mit einem schelmischen Grinsen und klopfte seinem alten Wallach freundlich den Hals. Tatsächlich brauchte Erik nicht viel Überlegung, um eine Feier ins Leben zu rufen – sehr zum Leidwesen seines Vaters. Oder, wenn man ehrlich war, seiner ganzen Familie. Aber gut – für irgendetwas musste er schließlich bekannt sein, wenn schon nicht, wie Leif gern sagte, für seine Verschwiegenheit. Doch bevor Erik sich allzu sehr über die Sticheleien seines Kronprinzen ärgern konnte, lenkte Veith ihn bereits wieder ab.
Der Krieg war ein Thema, dessen Ausgang der Norrholm weder voraussehen konnte, noch wollte er sich der Versuchung hingeben, zu große Hoffnungen zu hegen. Sie hatten Augusto zweifellos erzürnt – und auch wenn die Winterländer als harte Krieger galten und der letzte Sieg noch in ihren Knochen nachhallte, blieb in Erik, dem künftigen Fürsten von Wolfsmark, eine leise, nagende Stimme des Zweifels zurück.
Etwas, das ihm früher nicht zu Gesicht gestanden hätte. Doch seit er eine Frau hatte – und diese dazu noch sein Kind unter dem Herzen trug – begann sich die Welt zu verschieben. Wo er einst mit Inbrunst der nächsten Schlacht entgegengefiebert hatte, wuchs nun der Wunsch, sich auf der Wolfsburg zu verkriechen. Fernab vom Geschehen, fernab der Verantwortung. Leif sollte diesen Weg ohne ihn gehen. Doch natürlich würde er sich dieser Pflicht nicht entziehen.
"Ich denke, wir täten gut daran, Castandor nicht zu unterschätzen", sagte Erik schließlich, seine Stimme ruhiger, fast nachdenklich. Dabei verzog er leicht das Gesicht. "Leif wäre ein Narr, wenn er es täte", fügte er hinzu und zuckte mit den Schultern, als wolle er die Schwere der Worte von sich abstreifen.
Nickend trieb Erik den alten Wallach an, der sich mit gemächlichen Schritten in Bewegung setzte. Seite an Seite stapfte er neben Veiths Hengst durch den Schnee, das leise Knirschen unter den Hufen ihr einziger Begleiter.
Ob Veith ahnte, wie sehr er dem Norrholm aus der Seele sprach? Vermutlich nicht. Für die meisten war Erik der leichtsinnige Trunkenbold, der sich kaum Gedanken um die Welt oder Verantwortung machte. Und zu einem gewissen Teil hatten sie damit wohl recht.
Doch gleichzeitig zerrten zu viele Menschen an ihm – Erwartungen, Pflichten, Sorgen. All das riss an der Fassade aus dümmlicher Wagehalsigkeit, die er sich so sorgfältig errichtet hatte. Und langsam begann sie zu bröckeln. "Das ist der einzige Grund, warum ich so oft wie möglich hier draußen bin", gestand der Blonde mit einem schiefen Grinsen, das seine Lippen zierte, jedoch nicht ganz das Blau seiner Augen erreichte – Augen, die heute wie ferne Gewitterwolken wirkten. "Wie geht es deiner Familie?" Erik warf die Frage scheinbar beiläufig in den Raum, doch sein Blick verriet, dass ihn die Antwort durchaus interessierte. Er wusste um den Hof, wusste, dass Veiths Vater nicht mehr ganz bei Kräften war – aber er hatte nie wirklich tiefer nachgefragt.
Einen Moment lang musterte er den Älteren aus dem Augenwinkel, ehe sein Blick wieder nach vorn glitt, nach Spuren suchend.
"Da hast du Recht. Ich finde schon einen Grund, ein Fest auszurichten – und sei es nur, um den Erfinder des Mets zu ehren", erwiderte Erik mit einem schelmischen Grinsen und klopfte seinem alten Wallach freundlich den Hals. Tatsächlich brauchte Erik nicht viel Überlegung, um eine Feier ins Leben zu rufen – sehr zum Leidwesen seines Vaters. Oder, wenn man ehrlich war, seiner ganzen Familie. Aber gut – für irgendetwas musste er schließlich bekannt sein, wenn schon nicht, wie Leif gern sagte, für seine Verschwiegenheit. Doch bevor Erik sich allzu sehr über die Sticheleien seines Kronprinzen ärgern konnte, lenkte Veith ihn bereits wieder ab.
Der Krieg war ein Thema, dessen Ausgang der Norrholm weder voraussehen konnte, noch wollte er sich der Versuchung hingeben, zu große Hoffnungen zu hegen. Sie hatten Augusto zweifellos erzürnt – und auch wenn die Winterländer als harte Krieger galten und der letzte Sieg noch in ihren Knochen nachhallte, blieb in Erik, dem künftigen Fürsten von Wolfsmark, eine leise, nagende Stimme des Zweifels zurück.
Etwas, das ihm früher nicht zu Gesicht gestanden hätte. Doch seit er eine Frau hatte – und diese dazu noch sein Kind unter dem Herzen trug – begann sich die Welt zu verschieben. Wo er einst mit Inbrunst der nächsten Schlacht entgegengefiebert hatte, wuchs nun der Wunsch, sich auf der Wolfsburg zu verkriechen. Fernab vom Geschehen, fernab der Verantwortung. Leif sollte diesen Weg ohne ihn gehen. Doch natürlich würde er sich dieser Pflicht nicht entziehen.
"Ich denke, wir täten gut daran, Castandor nicht zu unterschätzen", sagte Erik schließlich, seine Stimme ruhiger, fast nachdenklich. Dabei verzog er leicht das Gesicht. "Leif wäre ein Narr, wenn er es täte", fügte er hinzu und zuckte mit den Schultern, als wolle er die Schwere der Worte von sich abstreifen.
Nickend trieb Erik den alten Wallach an, der sich mit gemächlichen Schritten in Bewegung setzte. Seite an Seite stapfte er neben Veiths Hengst durch den Schnee, das leise Knirschen unter den Hufen ihr einziger Begleiter.
Ob Veith ahnte, wie sehr er dem Norrholm aus der Seele sprach? Vermutlich nicht. Für die meisten war Erik der leichtsinnige Trunkenbold, der sich kaum Gedanken um die Welt oder Verantwortung machte. Und zu einem gewissen Teil hatten sie damit wohl recht.
Doch gleichzeitig zerrten zu viele Menschen an ihm – Erwartungen, Pflichten, Sorgen. All das riss an der Fassade aus dümmlicher Wagehalsigkeit, die er sich so sorgfältig errichtet hatte. Und langsam begann sie zu bröckeln. "Das ist der einzige Grund, warum ich so oft wie möglich hier draußen bin", gestand der Blonde mit einem schiefen Grinsen, das seine Lippen zierte, jedoch nicht ganz das Blau seiner Augen erreichte – Augen, die heute wie ferne Gewitterwolken wirkten. "Wie geht es deiner Familie?" Erik warf die Frage scheinbar beiläufig in den Raum, doch sein Blick verriet, dass ihn die Antwort durchaus interessierte. Er wusste um den Hof, wusste, dass Veiths Vater nicht mehr ganz bei Kräften war – aber er hatte nie wirklich tiefer nachgefragt.
Einen Moment lang musterte er den Älteren aus dem Augenwinkel, ehe sein Blick wieder nach vorn glitt, nach Spuren suchend.
![[Bild: Erik_Signatur_01.png]](https://into-oblivion.de/grafiken/RPG/Erik_Signatur_01.png)
