01-06-2025, 09:46 - Wörter:
Erik grinste schief bei Veiths Bemerkung und zuckte betont lässig mit den Schultern. "Tja, das liegt wohl an unserem besonderen Band, Veith. Ich bin vermutlich der Einzige, der das mit gutem Gewissen behaupten darf." Er tippte sich mit zwei Fingern auf die Brust – dorthin, wo sein Herz schlug – und legte dabei einen dramatischen Tonfall an den Tag, der so übertrieben war, dass man ihm fast eine Bühne hätte bauen müssen. "Hier drin wohnen große Gefühle. Und ein bisschen Arroganz. Aber vor allem Gefühle.", für einen Augenblick hielt er die Fassade, ehe er erheitert auflachte.
Veiths unterkühlte Art stand in direktem Kontrast zu Eriks Wärme. Und doch wusste Erik, wie er den Älteren zu nehmen hatte – vielleicht lag genau darin die Magie: dass sie sich ergänzten, statt sich ständig zu missverstehen. Eriks Energie hätte leicht abstoßend wirken können – zu laut, zu direkt. Aber Veith begegnete seinen Ausbrüchen mit einer geschmeidigen Gelassenheit. Wie ein großer Bruder, den der zukünftige Fürst von Wolfsmark nie gehabt hatte.
"Im Grunde kann man dem Erschaffer des Mets gar nicht oft genug ein Fest widmen", scherzte der Norrholm mit einem breiten Grinsen. Auch wenn das Gespräch auf Leif fiel, ließ Erik sich die Laune nicht verderben. Leif war nicht nur sein Waffenbruder – er war auch sein zukünftiger König. Und ganz gleich, was zwischen ihnen stand: Erik war ihm und dem Winterland loyal gegenüber. Ohne Wenn und Aber.
"Oder, dass seine Berater überhaupt zu ihm durchdringen, wenn er glaubt, vorpreschen zu müssen", entgegnete Veith trocken. Denn bei allem Trotz, bei allem Stolz und der Überzeugung, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, blieben sie eines: unerfahren im Krieg. Es hatte nie wirklich Krieg gegeben. Keine Belagerung, keine Frontlinie, kein monatelanges Sterben auf blutgetränktem Boden. Ihre Vergangenheit – ob die Reise in die Einöde oder all die kleineren "Schlachten", die sie geschlagen hatten (hauptsächlich an irgendwelchen Fessern) – bot keine Vorbereitung auf das, was kommen konnte. Niemand wusste, was ein Krieg verändern würde. Wen er verändern würde. Welche Ordnung danach herrschte. Sicher, man hätte Geschichten darüber finden können. In alten Chroniken, vergilbten Büchern. Doch Erik hatte sich noch nie für alte Geschichten interessiert. "Machst du dir Sorgen?"
Dass ihm seine Schwestern das Leben schwer machten, konnte sich Erik nur zu gut vorstellen. "Ich erinnere mich noch sehr bildlich an eine Ohrfeige von Thyra, weil ich voll wie eine Natter durch euren Zaun gestürzt bin." Er schnaubte amüsiert. "Meine Wange brennt heute noch, wenn Thyra mir begegnet." Sein Blick wanderte zu Veith, das Grinsen blieb. Damals war er ein paar Jahre jünger gewesen – und nach der Schelle hatte er sich gedacht, dass er diese Frau wohl heiraten müsse. Irgendwie hatte ihn ihre ehrliche Abneigung angemacht. Aber wie man wohl sah, hat es nie sein sollen.
"Also wie kannst du dich denn nicht dafür interessieren, dass die Frau vom Nachbarn mit fremden Kerlen shakert?" Erik tat völlig verständnislos, als wäre das die bedeutendste aller Nachrichten – obwohl er Veiths Kummer durchaus verstand. Zum Glück war Reinka kein Tratschweib. Aber wenn sie es wäre, würde Erik – folgsam, wie er nun mal war – auch das über sich ergehen lassen. Mit einem schiefen Grinsen schüttelte er den Kopf, klopfte Veith dann aber mitfühlend auf die Schulter. Ein stummes: Ich versteh dich. Auch wenn ich's anders verpacke.
"Ohne in die gleiche Kerbe wie deine Schwestern schlagen zu wollen – ich war selbst kein großer Freund der Heirat", begann Erik und wandte den Blick ab, während seine Augen den Waldboden absuchten. "Aber wenn es die richtige Frau ist, wird alles ein bisschen leichter. Egal, was kommt." Er machte eine kurze Pause. "Reinka ist meine beste Freundin. Es gibt niemanden, dem ich mehr vertraue." Natürlich stritten sie sich. Natürlich gab es Reibereien – wie in jeder Ehe. Aber Erik glaubte nicht daran, dass sie je an einen Punkt kämen, an dem sie sich nichts mehr verzeihen könnten. Wenn es brannte, dann würden sie es gemeinsam löschen. Er konnte mit Reinka alles schaffen. Und er würde es auch. "Es geht um mehr als nur den Fortbestand eines Namens. Oder all das Gerede über freien Sex, Hilfe im Haushalt, was die Leute ständig von sich geben." Erik schnaubte leise. "Da ist ein Mensch, der deine Sorgen mit dir trägt. Deine Verantwortung. Und du seine.", Erik hielt einen Moment inne, dann schlug er Veith gegen die Schulter, der Ernst verflog aus seinem Gesicht. "Also das Konzept ist nicht schlecht, aber wie gesagt, nur mit der Richtigen. Vermutlich würdest du sie daran erkennen, dass sie sich von deinem schlechtgelaunten Gesicht nicht übermäßig beeindrucken lässt."
Veiths unterkühlte Art stand in direktem Kontrast zu Eriks Wärme. Und doch wusste Erik, wie er den Älteren zu nehmen hatte – vielleicht lag genau darin die Magie: dass sie sich ergänzten, statt sich ständig zu missverstehen. Eriks Energie hätte leicht abstoßend wirken können – zu laut, zu direkt. Aber Veith begegnete seinen Ausbrüchen mit einer geschmeidigen Gelassenheit. Wie ein großer Bruder, den der zukünftige Fürst von Wolfsmark nie gehabt hatte.
"Im Grunde kann man dem Erschaffer des Mets gar nicht oft genug ein Fest widmen", scherzte der Norrholm mit einem breiten Grinsen. Auch wenn das Gespräch auf Leif fiel, ließ Erik sich die Laune nicht verderben. Leif war nicht nur sein Waffenbruder – er war auch sein zukünftiger König. Und ganz gleich, was zwischen ihnen stand: Erik war ihm und dem Winterland loyal gegenüber. Ohne Wenn und Aber.
"Oder, dass seine Berater überhaupt zu ihm durchdringen, wenn er glaubt, vorpreschen zu müssen", entgegnete Veith trocken. Denn bei allem Trotz, bei allem Stolz und der Überzeugung, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, blieben sie eines: unerfahren im Krieg. Es hatte nie wirklich Krieg gegeben. Keine Belagerung, keine Frontlinie, kein monatelanges Sterben auf blutgetränktem Boden. Ihre Vergangenheit – ob die Reise in die Einöde oder all die kleineren "Schlachten", die sie geschlagen hatten (hauptsächlich an irgendwelchen Fessern) – bot keine Vorbereitung auf das, was kommen konnte. Niemand wusste, was ein Krieg verändern würde. Wen er verändern würde. Welche Ordnung danach herrschte. Sicher, man hätte Geschichten darüber finden können. In alten Chroniken, vergilbten Büchern. Doch Erik hatte sich noch nie für alte Geschichten interessiert. "Machst du dir Sorgen?"
Dass ihm seine Schwestern das Leben schwer machten, konnte sich Erik nur zu gut vorstellen. "Ich erinnere mich noch sehr bildlich an eine Ohrfeige von Thyra, weil ich voll wie eine Natter durch euren Zaun gestürzt bin." Er schnaubte amüsiert. "Meine Wange brennt heute noch, wenn Thyra mir begegnet." Sein Blick wanderte zu Veith, das Grinsen blieb. Damals war er ein paar Jahre jünger gewesen – und nach der Schelle hatte er sich gedacht, dass er diese Frau wohl heiraten müsse. Irgendwie hatte ihn ihre ehrliche Abneigung angemacht. Aber wie man wohl sah, hat es nie sein sollen.
"Also wie kannst du dich denn nicht dafür interessieren, dass die Frau vom Nachbarn mit fremden Kerlen shakert?" Erik tat völlig verständnislos, als wäre das die bedeutendste aller Nachrichten – obwohl er Veiths Kummer durchaus verstand. Zum Glück war Reinka kein Tratschweib. Aber wenn sie es wäre, würde Erik – folgsam, wie er nun mal war – auch das über sich ergehen lassen. Mit einem schiefen Grinsen schüttelte er den Kopf, klopfte Veith dann aber mitfühlend auf die Schulter. Ein stummes: Ich versteh dich. Auch wenn ich's anders verpacke.
"Ohne in die gleiche Kerbe wie deine Schwestern schlagen zu wollen – ich war selbst kein großer Freund der Heirat", begann Erik und wandte den Blick ab, während seine Augen den Waldboden absuchten. "Aber wenn es die richtige Frau ist, wird alles ein bisschen leichter. Egal, was kommt." Er machte eine kurze Pause. "Reinka ist meine beste Freundin. Es gibt niemanden, dem ich mehr vertraue." Natürlich stritten sie sich. Natürlich gab es Reibereien – wie in jeder Ehe. Aber Erik glaubte nicht daran, dass sie je an einen Punkt kämen, an dem sie sich nichts mehr verzeihen könnten. Wenn es brannte, dann würden sie es gemeinsam löschen. Er konnte mit Reinka alles schaffen. Und er würde es auch. "Es geht um mehr als nur den Fortbestand eines Namens. Oder all das Gerede über freien Sex, Hilfe im Haushalt, was die Leute ständig von sich geben." Erik schnaubte leise. "Da ist ein Mensch, der deine Sorgen mit dir trägt. Deine Verantwortung. Und du seine.", Erik hielt einen Moment inne, dann schlug er Veith gegen die Schulter, der Ernst verflog aus seinem Gesicht. "Also das Konzept ist nicht schlecht, aber wie gesagt, nur mit der Richtigen. Vermutlich würdest du sie daran erkennen, dass sie sich von deinem schlechtgelaunten Gesicht nicht übermäßig beeindrucken lässt."
![[Bild: Erik_Signatur_01.png]](https://into-oblivion.de/grafiken/RPG/Erik_Signatur_01.png)
