18-06-2025, 12:33 - Wörter:
"Ich hoffe ihr seid es gewohnt im Sturm zu schwimmen"
Cathals Augenbraue hob sich kaum merklich, ein winziges Zucken – zu wenig, um echtes Erstaunen zu verraten. Wahrscheinlicher war, dass er ihre Wortwahl für idiotisch hielt. Sein Kopf glitt hinab, als würde er abwägen, ob es sich lohnte, überhaupt zu antworten. "Ich sehe ihnen gelassen entgegen." Seine Stimme war träge, fast gelangweilt. Die Worte fielen wie schwere Tropfen auf kalten Stein – rhetorisch, abschätzig. Ein Urteil. Zwischen ihnen spannte sich die Luft – straff wie ein Bogen, bevor der Pfeil fliegt.
Cathal wusste Rose’ Bemühungen beinahe zu schätzen. Ihre übertriebene Freundlichkeit, die aufmerksamen Gesten, ihr aufrichtiger Wille, Muírin willkommen zu heißen – all das war ehrlich gemeint, und vermutlich gerade deshalb schwerer zu ertragen. Denn das Mädchen trat all diese Freundlichkeit gerade mit Füßen. Und auch wenn Cathal selbst nicht sonderlich daran interessiert war, Muírin in diesem Haus zu sehen – geschweige denn, in seiner Nähe –, regte sich in ihm eine seltsame, kalte Form der Verachtung. Nicht gegen sie allein, sondern gegen diese ungehobelte, beinahe stolze Respektlosigkeit, mit der sie seiner Familie gerade begegnete. "Sie besitzt in etwa so viel Anstand wie eine Gossenhure." Die Worte trafen wie ein scharfer Schnitt in die Stille die zwischen Rose und Muírin entstanden war – absichtlich grob. Nicht, weil er sie provozieren wollte. Sondern weil Ehrlichkeit ihm stets wie ein Brand auf der Zunge lag. Ungefiltert, ungeschönt – und oft gnadenlos. "Wir müssen hier kein großes Schauspiel veranstalten..." Die Worte fielen wie Steine, kalt und schwer. "Aber zügelt Eure Zunge. Und nickt einfach höflich, wenn man Euch mit Höflichkeit begegnet." Er lehnte sich zurück, als wäre der Disput erledigt, hob gemächlich eine Hand und gab so den still wartenden Angestellten ein Zeichen, das Essen hereinzubringen. Ein hauchfeines Lächeln zog über seine Lippen – kaum spürbar, aber voller Spott. "Ein Mindestmaß an Intelligenz sollte das eigentlich ermöglichen." Die Worte glitten ihm so beiläufig über die Lippen wie ein gelangweilter Kommentar zum Wetter. Dann nahm er den gereichten Kelch, roch einen Moment an dem Getränk, bevor er ihn ansetzte.
Sein Vater schwieg. Vielleicht, weil sein Sohn lediglich ausgesprochen hatte, was er selbst nicht in Worte fassen durfte – oder wollte. Rose räusperte sich. Leise.
Unter anderen Umständen hätte Cathal ihre forsche Art vielleicht als belebend empfunden – ein willkommenes Gegengewicht zur oft erstickenden Etikette. Doch seine Loyalität zu seiner Familie war keine variable Größe, und in seinem Urteil kannte er weder Milde noch Geduld, wenn man ihnen mit Missachtung begegnete.
Die Dienerschaft begann aufzutragen, verschiedene Probierstücke wurden mit geübter Präzision auf den Tellern angerichtet. Zwischen den silbernen Klängen des Bestecks meldete sich erneut Rose zu Wort. Ihre Stimme klang kontrollierter als zuvor, doch ein frostiger Unterton ließ sich nicht leugnen. "Wie... war denn Eure Reise nach Kenmara?" Cathal hörte, wie sein Vater ruhig nach dem Besteck griff und tat es ihm gleich.
Cathals Augenbraue hob sich kaum merklich, ein winziges Zucken – zu wenig, um echtes Erstaunen zu verraten. Wahrscheinlicher war, dass er ihre Wortwahl für idiotisch hielt. Sein Kopf glitt hinab, als würde er abwägen, ob es sich lohnte, überhaupt zu antworten. "Ich sehe ihnen gelassen entgegen." Seine Stimme war träge, fast gelangweilt. Die Worte fielen wie schwere Tropfen auf kalten Stein – rhetorisch, abschätzig. Ein Urteil. Zwischen ihnen spannte sich die Luft – straff wie ein Bogen, bevor der Pfeil fliegt.
Cathal wusste Rose’ Bemühungen beinahe zu schätzen. Ihre übertriebene Freundlichkeit, die aufmerksamen Gesten, ihr aufrichtiger Wille, Muírin willkommen zu heißen – all das war ehrlich gemeint, und vermutlich gerade deshalb schwerer zu ertragen. Denn das Mädchen trat all diese Freundlichkeit gerade mit Füßen. Und auch wenn Cathal selbst nicht sonderlich daran interessiert war, Muírin in diesem Haus zu sehen – geschweige denn, in seiner Nähe –, regte sich in ihm eine seltsame, kalte Form der Verachtung. Nicht gegen sie allein, sondern gegen diese ungehobelte, beinahe stolze Respektlosigkeit, mit der sie seiner Familie gerade begegnete. "Sie besitzt in etwa so viel Anstand wie eine Gossenhure." Die Worte trafen wie ein scharfer Schnitt in die Stille die zwischen Rose und Muírin entstanden war – absichtlich grob. Nicht, weil er sie provozieren wollte. Sondern weil Ehrlichkeit ihm stets wie ein Brand auf der Zunge lag. Ungefiltert, ungeschönt – und oft gnadenlos. "Wir müssen hier kein großes Schauspiel veranstalten..." Die Worte fielen wie Steine, kalt und schwer. "Aber zügelt Eure Zunge. Und nickt einfach höflich, wenn man Euch mit Höflichkeit begegnet." Er lehnte sich zurück, als wäre der Disput erledigt, hob gemächlich eine Hand und gab so den still wartenden Angestellten ein Zeichen, das Essen hereinzubringen. Ein hauchfeines Lächeln zog über seine Lippen – kaum spürbar, aber voller Spott. "Ein Mindestmaß an Intelligenz sollte das eigentlich ermöglichen." Die Worte glitten ihm so beiläufig über die Lippen wie ein gelangweilter Kommentar zum Wetter. Dann nahm er den gereichten Kelch, roch einen Moment an dem Getränk, bevor er ihn ansetzte.
Sein Vater schwieg. Vielleicht, weil sein Sohn lediglich ausgesprochen hatte, was er selbst nicht in Worte fassen durfte – oder wollte. Rose räusperte sich. Leise.
Unter anderen Umständen hätte Cathal ihre forsche Art vielleicht als belebend empfunden – ein willkommenes Gegengewicht zur oft erstickenden Etikette. Doch seine Loyalität zu seiner Familie war keine variable Größe, und in seinem Urteil kannte er weder Milde noch Geduld, wenn man ihnen mit Missachtung begegnete.
Die Dienerschaft begann aufzutragen, verschiedene Probierstücke wurden mit geübter Präzision auf den Tellern angerichtet. Zwischen den silbernen Klängen des Bestecks meldete sich erneut Rose zu Wort. Ihre Stimme klang kontrollierter als zuvor, doch ein frostiger Unterton ließ sich nicht leugnen. "Wie... war denn Eure Reise nach Kenmara?" Cathal hörte, wie sein Vater ruhig nach dem Besteck griff und tat es ihm gleich.
![[Bild: Cathal_Signatur_01.png]](https://into-oblivion.de/grafiken/RPG/facingthestorm/Cathal_Signatur_01.png)
