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Nothing burns like the cold.
12.10.1016 - 10:00
Wälder

Winterland
Veith Alvarsson
Winterland
Alter 31
Beruf Krieger
Wohnort Wintergard
Stand Ledig
User Risa
#8
Veith widerstand dem Drang, die Augen gen Himmel zu verdrehen. Er mochte Erik. Sehr sogar. Die Dynamik zwischen ihnen war eine besondere, nicht aus jahrelanger Freundschaft erwachsen wie bei Leif und Erik, sondern entstanden aus dem reizvollen Gegensatz ihrer Persönlichkeiten. Sie waren grundverschieden und funktionierten gerade deshalb so gut zusammen. Wo Erik stets ein wenig zu laut, zu impulsiv und zu ungestüm war, zeigte sich Veith als das Gegenstück: zurückhaltend, überlegt und nicht selten mit einem Anflug von grimmigem Ernst in seinen Worten. Trotzdem verstanden sie sich. Erik kam erstaunlich gut mit Veiths knappen Kommentaren und seiner trockenen Art zurecht, besonders, wenn es darum ging, sich gegenseitig auf die Schippe zu nehmen. Beide Männer wussten um die stille Achtung, die sie füreinander empfanden und genau das machte ihre Freundschaft tragfähig. „Wenn du deine Gefühle einen Moment für dich behalten würdest, könnten wir vielleicht endlich mit der Jagd beginnen“, entgegnete Veith trocken auf Eriks Anflug von gespielter Sentimentalität und wandte den Blick bereits suchend dem Boden zu, auf der Suche nach einer Fährte.

Feiern, das konnte der Nordländer an seiner Seite. Der Silberhaarige war bereits auf einigen seiner Feste gewesen, und eines musste man Erik lassen, er verstand es, ausgiebig und mit Hingabe die Feierlichkeiten zu begehen. Dabei scheute er sich nicht, selbst den fadenscheinigsten Anlass zum Fest zu erklären, wenn es gerade passte. Im Grunde wusste wohl jeder in Wolfsmark, dass ihr Prinz keine große Rechtfertigung brauchte, er liebte das gesellige Miteinander und es war ihm herzlich gleich, ob er mit einem Bauern anstieß oder mit einem Adligen aus gutem Hause, Hauptsache, die Krüge waren voll und das Lachen laut. Veith selbst war kein Mann großer Reden oder wilder Gelage. Wenn er mittrank, dann meist mit Maß. Die ausgelassene Stimmung war ihm oft zu laut, zu raumgreifend und dennoch war es schwer, sich der Lebensfreude Eriks ganz zu entziehen. Manchmal, nur manchmal, ließ selbst er sich mitziehen, zumindest für einen Abend.

Als das Gespräch auf den nahenden Krieg kam, veränderte sich die Atmosphäre spürbar. Für einen Moment wich die Leichtigkeit einem stillen Ernst, der sich zwischen die Worte legte. Auch das war eine Seite von Erik, die Veith besonders schätzte. Wo eben noch ein Lächeln lag, war nun Wachsamkeit, Verantwortungsbewusstsein. Kein gespielter Wechsel, kein Zögern, sondern echtes Gespür für den Moment. „Ich mache mir durchaus Sorgen“, gestand Veith schließlich offen - etwas, das für einen Nordländer eher untypisch war. Viele Männer hier sprachen vom Krieg, als sei der Sieg bereits beschlossene Sache und eines musste man den Bewohnern von Norsteading lassen, sie waren zäh, mutig und kampferprobt. Doch all das änderte nichts an der Tatsache, dass sie noch nie einen echten Krieg erlebt hatten, zumindest nicht in dieser Größenordnung, nicht mit einem Gegner, der strategisch vorging und auf mehr setzte als bloße Stärke. Es fehlte an Erfahrung, an Taktik, an der ruhigen Einschätzung eines Gefechts. Mit bloßem Mut und lautem Kampfgeschrei war hier nichts zu gewinnen. „Es wird nicht reichen, einfach nur mit erhobenem Schwert loszustürmen“, fügte er hinzu, der Blick ruhig, aber fest nach vorn gerichtet. „Wir haben noch nie einen echten Krieg geführt. Wir kennen keine Taktiken, keine Strategien, kein koordiniertes Vorgehen. Wenn wir den Gegner unterschätzen, weil wir glauben, unser Mut allein sei genug, dann werden wir teuer dafür bezahlen.“

Zum Glück wechselte das Thema bald, und die Heiterkeit kehrte zurück in ihr Gespräch, als Erik von seiner Begegnung mit Thyra berichtete. Die älteste Schwester der Familie Alvarsson konnte mitunter recht herrisch wirken. Sie ließ sich nichts gefallen, verteidigte unbeirrt ihre Überzeugungen und wusste genau, wie sie für sich selbst einstehen musste. Dazu war sie von beeindruckender Schönheit. Doch ihre störrische Art und ihr bissiger Ton hatten so manche Aussicht auf eine Heirat stets zunichtegemacht.
Nun fristete sie ihr Dasein als „alte Jungfer“ unter dem Dach ihrer Eltern, ganz abhängig davon, dass Veith sie später nicht vor die Tür setzte. Das war leider das Risiko unverheirateter Frauen - auf die Unterstützung und Fürsorge ihrer Familie angewiesen zu sein, ohne selbst die Zügel in der Hand zu haben. Gerade deshalb wollte Veith Ylva so bald wie möglich verheiratet wissen, um ihr dieses Schicksal zu ersparen.

Als das Thema Heirat jedoch auf ihn gelenkt wurde, verdunkelte sich Veiths Miene. Für einen kurzen Moment kehrten die Bilder seiner letzten Begegnung mit Sanna in seinen Gedanken zurück, jene unausgesprochene Leidenschaft, die zwischen ihnen stand und ihr plötzliches Verschwinden, das eine schmerzliche Leere in seinem Herzen hinterlassen hatte, die er sich nur ungern eingestand. Er sorgte sich um sie, hatte Tage und Wochen danach vergeblich versucht, mehr über ihr Verschwinden zu erfahren. Auch Helvi machte sich Sorgen, doch er mied es, mit ihr darüber zu sprechen. Das hätte ihr gezeigt, wie sehr Sanna ihn tatsächlich aus der Fassung gebracht hatte, nämlich mehr, als ihm lieb war. Diese Verletzlichkeit wollte er sich selbst nicht eingestehen und doch machte ihn der Gedanke traurig.
Ein trockenes, fast unwilliges Schnauben entwich seiner Kehle, als Erik seine Lobpreisung des Ehestands beendet hatte. Veith hatte nie ernsthaft geplant zu heiraten. Einmal hatte er kurz damit geliebäugelt, nur um schnell enttäuscht zu werden, weshalb er solche Gedanken inzwischen für sich begraben hatte. „Meine Sorgen teile ich mit meinen Pferden. Deine Frau hat mir erst vor kurzem ein außergewöhnlich edles und feuriges Exemplar verkauft“, begann Veith und versuchte, die trüben Gedanken an Sanna damit zu verdrängen. „Und was den Sex betrifft, so gibt es in den Tavernen genug Ablenkungen, um den Kopf freizubekommen, das Leben hält da mehr als genug bereit, wenn man nur hinsieht.“ Veith senkte den Blick und ließ ihn über den Boden schweifen. Nach einem Moment blieb er stehen, seine Stirn legte sich in Falten und er deutete auf eine kaum sichtbare Spur im Erdreich. „Das könnte unsere Fährte sein.“
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RE: Nothing burns like the cold. - von Veith Alvarsson - 21-06-2025, 10:27

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