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The sky was fallin′ like a comet
10.10.1016 - 19:00
Speisesaal der Frasers | Festung auf Kenmara

Cathal & Muirín | 10.10.1016 ndV | abends
Make me lose my breath
Muirín Henaghen
Herbstland - Admin
Alter 23
Beruf Prinzessin
Wohnort Ishcateslieve, Farynn
Stand Verlobt
User Nessi
#5
Stille.

Die Worte hatten getroffen.

So hart, dass ihr die Sprache wegblieb. Es fühlte sich an, als würde jemand auf ihren Rippen sitzen und ihr all' die Luft abschnüren, die sie so dringend brauchte. Zum leben, aber auch zum reden. Zum Antworten. Um eine Verteidigung vorzubringen, die nicht existierte. Doch Muirín hatte nie gelernt mit solchen Gefühlen umzugehen. Nachdem ihre Mutter verstorben war und ihr Platz von einer Frau eingenommen wurde, die nur unweit älter war, als sie selbst, war ihre Welt in sich zusammengebrochen. Ja, sie war damals schon erwachsen gewesen. Nein, es hatte sie nicht auf den unbändigen Schmerz vorbereitet, der bei dieser Nachricht durch ihren Körper gejagt war. Und seitdem eigentlich nicht aufgehört hatte. Vielleicht war das der Grund, weshalb sie die Worte, die von dem blinden Prinzen ausgingen, noch so viel härter trafen, als er vermutlich beabsichtigt hatte. Obwohl er schon hart treffen wollte, so viel war ihr klar. Sie selbst hätte ganz genauso reagiert. Vielleicht sogar noch ausfallender, wenn man ihre Mutter damals angegriffen hätte. Und auch wenn Rose nicht seine Mutter war, schien sie trotzdem eine unendlich nette und zuvorkommende Frau zu sein. Beherrscht und ruhig, das Lächeln auf den Lippen so ehrlich, wie es ihr Herz vermutlich ebenfalls war. Und Muirín hasste diese Situation so sehr, dass ihr auch nach dem ersten Schreckmoment noch immer die Luft fern blieb.

'so viel Anstand wie eine Gossenhure', hallte es in ihrem Kopf immer und immer wieder nach und für einen kurzen Moment fragte sie sich, ob er Recht hatte. Aber nein, hatte er nicht. Sie zweifelte, strauchelte, doch sie kannte ihren Wert. Und dieser Wert wurde hier genauso mit Füßen getreten, wie sie es mit der Freundlichkeit von Rose getan hatte. In zwei Tagen würde ihre Hochzeit stattfinden und noch nie zuvor hat es einen Menschen gegeben, dem sie sich ferner gefühlt hat, wie Cathal Fraser in diesem Moment. Sie hatte Angst, war völlig alleine, einsam und verstoßen von ihrer eigenen Familie, wurde diskreditiert, weil sie eine Frau war und nun einfach abgeschoben, damit sich jemand anders mit ihr als 'Problem' auseinander setzen konnte. Dass sie nun keine besonders freundlichen Worte an ihrem ersten Abend gefunden hatte, war also kein fehlender Anstand, sondern einfach nur maximale Überforderung. Sie wusste nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollte. Wollte um sich schlagen und treten. Wollte aufmerksam darauf machen, wie falsch diese ganze Sache war. Doch Muirín war kein schlechter Mensch. Sie war keine Gossenhure, die keinen Anstand hatte. Sie war eine junge Frau, die völlig verloren war.

Noch immer herrschte Schweigen. Die Rothaarige griff sich das Besteck, das fein sortiert vor ihr lag und nickte dankend den Kellnern zu, die das Essen servierten. Sie konnte die Blicke auf sich ruhen spüren, außer den von Cathal. Seinerseits war jedoch auch kein Blick nötig, um ihr zu zeigen, wie wenig er von ihr hielt. Die Worte hatten tiefe Wunden hinterlassen, die auch jetzt, nach wenigen Minuten, noch immer bluteten und schmerzten. Ja, sie war nicht besonders freundlich gewesen, das musste sie zugeben. Aber dass er SO reagieren würde, damit war sie in diesem Moment genauso überfordert, wie sie eh schon mit der restlichen Situation war.

Der erste Bissen, der in ihren Mund wanderte, blieb ihr beinahe im Hals stecken. Ihre Kehle fühlte sich staubtrocken an. Unfähig zu sprechen oder zu schlucken. Dabei war es nur ein winziges Stück Kartoffel gewesen, das sie mit der Gabel aufgespießt und zum Mund geführt hatte. Muirín räusperte sich leise. Beinahe hätte sie die Worte von Rose darüber nicht gehört. Und am liebsten hätte sie sich noch einmal geräuspert. Das sie sich auch jetzt noch so viel Mühe gab freundlich zu sein würde sie ihr in der Zukunft hoch anrechnen müssen. Nur heute Abend würde sie das sicher nicht mehr so gut differenziert bekommen.

Sie griff zum Wein, den man ihr eingeschenkt hatte und versuchte ihre Kehle zu befeuchten. Nahm einen kleinen Schluck, ehe sie das Glas wieder abstellte und sanft nickte. Sie sollte lächeln und nicken, hatte Cathal gesagt. So, wie man es ihr ihr ganzes Leben lang schon von ihr erwartete. Keine Meinung haben, nicht ungemütlich sein. Einfach nur nett anzuschauen, aber am besten gar nicht zu hören. Dumm nur, dass das mit dem nett anzuschauen für Cathal schon raus war. In diesem Moment konnte sie sich nicht vorstellen jemals auch nur wieder ein einziges Wort mit ihm zu wechseln.

Obwohl sie ihrer eigenen Stimme kaum traute, versuchte sie sich doch nach überraschend langem Schweigen noch an einer Antwort. Die ersten Worte, die ihr in den Sinn kamen, hätten nicht ironischer sein können. 'Ich kann mich nicht beschweren', war sicher nicht das richtige, was sie in dieser Situation sagen sollte. Stattdessen antwortete sie: "
die Reise war beschwerlich, aber ohne besondere Vorkommnisse. Sogar der Regen hat für ein paar Tage beinahe gänzlich aufgehört
". Sie hörte sich selbst reden und empfand es als hölzern und falsch. Ihre Stimme klang so gar nicht nach ihr. Doch es war das Beste, was sie in diesem Moment zustande brachte.
Sie widmete sich wieder dem Essen auf ihren Teller, hob jedoch noch mal den Kopf, um den Blick von Rose zu suchen. "
Danke der Nachfrage
", fügte sie leise hinzu und blinzelte ihr ein paar Mal vielsagend und gleichzeitig nichts-sagend entgegen.
[Bild: thxYbZu.png]
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RE: The sky was fallin′ like a comet - von Muirín Henaghen - 21-06-2025, 22:30

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