25-06-2025, 23:36 - Wörter:
Cathal nahm das Schweigen ohne Regung hin. Es gab ihm die Möglichkeit, seine Gedanken zu ordnen und den Ablauf der kommenden Tage zu planen – die Hochzeit war für ihn nichts weiter als eine formale Verpflichtung, die es zu erfüllen galt. Gefühle spielten dabei kaum eine Rolle. Die Ehe war für ihn kein Bund aus Zuneigung oder Liebe, sondern ein arrangiertes Bündnis, das seiner Familie und seinem Stand diente. Die Frau, die er heiraten würde, war weniger eine Partnerin als eine Verpflichtung – ein Teil eines größeren Spiels, in dem persönliche Wünsche keinen Platz hatten.
Er hatte gelernt, solche Dinge mit Abstand zu betrachten, nüchtern und ohne Illusionen. Während andere vielleicht von Liebe und Nähe träumten - Moira zum Beispiel -, sah er darin nur eine pragmatische Verbindung, die Stabilität und Macht sichern sollte. Es lag also nicht an Muírin, dass er dem Ganzen so nüchtern entgegenblickte – er hätte so mit jeder Frau aus den Königreichen verfahren. Was ihn wirklich störte, war die Bedeutungslosigkeit dieser Verbindung in seinen Augen. Diese Ehe versprach keinen Nutzen, keine Macht, keinen Vorteil – sie war bloß ein leeres Ritual, das er widerwillig über sich ergehen ließ.
Mehr beiläufig lauschte er dem Gespräch der beiden Damen, wie sie von der Anreise nach Kenmara sprachen, vom Wetter, das dort geherrscht hatte, und von den Strapazen des Weges. Zwischendurch führte er sich immer wieder einen Happen zum Mund oder nahm einen Schluck von dem Wein, den Rose extra für den Abend ausgewählt hatte – etwas süßlicher als sonst, was ihm nicht unangenehm war. Auch wenn er es eigentlich vorzog, gar keinen Alkohol zu trinken. Vermutlich hatte seine Stiefmutter so auch bei ihm etwaige Anspannungen lösen wollen. "Dann kommt erst einmal in Ruhe hier an.", erklärte Rose freundlich und legte Muírin sanft die Hand auf den Arm – etwas, das Cathal zwar nicht sehen konnte, aber in der Wärme ihrer Stimme deutlich spürte. Rose war eben eine gute Seele, die es ehrlich meinte und wollte, dass die junge Fürstentochter sich willkommen fühlte. Cillian ließ sich währenddessen etwas Wein nachschenken. "Vielleicht kann Cathal Euch ja morgen ein wenig die Burg zeigen", warf sein Vater beiläufig ein und schob sich ein Stück des Essen in den Mund.
"Gewiss.", antwortete Cathal mit ruhiger Stimme, schob sich ein Stück Kartoffel in den Mund, kaute bedächtig und schluckte hinunter. "Und scheut Euch nicht, den Bediensteten Eure Wünsche mitzuteilen. Euer Gemach könnt Ihr nach Euren Vorstellungen gestalten – vielleicht fällt es Euch dann leichter, Euch hier - mit der Zeit - heimisch zu fühlen." Seine Worte trugen keine übertriebene Fürsorge, doch sie vermittelten klar, dass er keinen Krieg gegen sie führen wollte. Die Unausweichlichkeit ihrer Ehe war beiden bewusst, weshalb sie es so bequem wie möglich für einander machen konnten. Und Cathal verlangte nicht, dass sie für den Rest ihres Lebens sein Gemach mit ihm teilen würde. Da er vermutlich niemals Fürst werden würde, spielte es wohl kaum eine Rolle, ob sie ein Kind bekamen oder nicht.
Er hatte gelernt, solche Dinge mit Abstand zu betrachten, nüchtern und ohne Illusionen. Während andere vielleicht von Liebe und Nähe träumten - Moira zum Beispiel -, sah er darin nur eine pragmatische Verbindung, die Stabilität und Macht sichern sollte. Es lag also nicht an Muírin, dass er dem Ganzen so nüchtern entgegenblickte – er hätte so mit jeder Frau aus den Königreichen verfahren. Was ihn wirklich störte, war die Bedeutungslosigkeit dieser Verbindung in seinen Augen. Diese Ehe versprach keinen Nutzen, keine Macht, keinen Vorteil – sie war bloß ein leeres Ritual, das er widerwillig über sich ergehen ließ.
Mehr beiläufig lauschte er dem Gespräch der beiden Damen, wie sie von der Anreise nach Kenmara sprachen, vom Wetter, das dort geherrscht hatte, und von den Strapazen des Weges. Zwischendurch führte er sich immer wieder einen Happen zum Mund oder nahm einen Schluck von dem Wein, den Rose extra für den Abend ausgewählt hatte – etwas süßlicher als sonst, was ihm nicht unangenehm war. Auch wenn er es eigentlich vorzog, gar keinen Alkohol zu trinken. Vermutlich hatte seine Stiefmutter so auch bei ihm etwaige Anspannungen lösen wollen. "Dann kommt erst einmal in Ruhe hier an.", erklärte Rose freundlich und legte Muírin sanft die Hand auf den Arm – etwas, das Cathal zwar nicht sehen konnte, aber in der Wärme ihrer Stimme deutlich spürte. Rose war eben eine gute Seele, die es ehrlich meinte und wollte, dass die junge Fürstentochter sich willkommen fühlte. Cillian ließ sich währenddessen etwas Wein nachschenken. "Vielleicht kann Cathal Euch ja morgen ein wenig die Burg zeigen", warf sein Vater beiläufig ein und schob sich ein Stück des Essen in den Mund.
"Gewiss.", antwortete Cathal mit ruhiger Stimme, schob sich ein Stück Kartoffel in den Mund, kaute bedächtig und schluckte hinunter. "Und scheut Euch nicht, den Bediensteten Eure Wünsche mitzuteilen. Euer Gemach könnt Ihr nach Euren Vorstellungen gestalten – vielleicht fällt es Euch dann leichter, Euch hier - mit der Zeit - heimisch zu fühlen." Seine Worte trugen keine übertriebene Fürsorge, doch sie vermittelten klar, dass er keinen Krieg gegen sie führen wollte. Die Unausweichlichkeit ihrer Ehe war beiden bewusst, weshalb sie es so bequem wie möglich für einander machen konnten. Und Cathal verlangte nicht, dass sie für den Rest ihres Lebens sein Gemach mit ihm teilen würde. Da er vermutlich niemals Fürst werden würde, spielte es wohl kaum eine Rolle, ob sie ein Kind bekamen oder nicht.
![[Bild: Cathal_Signatur_01.png]](https://into-oblivion.de/grafiken/RPG/facingthestorm/Cathal_Signatur_01.png)
