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Nothing burns like the cold.
12.10.1016 - 10:00
Wälder

Winterland
Erik Norrholm
Winterland
Alter 24
Beruf Prinz von Wolfsmark
Wohnort Wolfsmark
Stand Verheiratet
User Natsch
#9
Erik schnalzte beinahe missbilligend mit der Zunge, legte den Kopf schief und sah Veith an, als hätte dieser ihn gerade gebeten, eine Woche lang zu schweigen – oder schlimmer noch: sich zu benehmen. "Wie kannst du so etwas überhaupt von mir verlangen?", fragte er, halb gespielt empört, halb belustigt. Er war kein Mann, der seine Gefühle hinter sieben Riegel sperrte. Nie gewesen. Wenn Erik lachte, dann laut. Wenn er wütend war, dann wie ein Sturm. Und wenn er liebte – dann bedingungslos und mit jedem Teil seines Herzens. Seine Frau wusste das, seine Freunde sowieso. Und Veith? Der erst recht. Erik liebte die ruppige Art des Älteren, diesen trockenen, fast zynischen Humor, an dem man sich herrlich reiben konnte. Es war ein ständiges Kräftemessen in Worten und Gesten, nie wirklich feindlich, aber stets herausfordernd – wie zwei Wildtiere, die sich aneinander wärmten, während sie knurrten. "Ohne dich wäre mein Leben nur halb so unterhaltsam", murmelte Erik schließlich, die Stimme ein wenig ruhiger. Dann schob er Veith mit dem Ellenbogen leicht gegen die Seite. "Also tu nicht so, als würdest du mich nicht genauso brauchen." Ein Schmunzeln zuckte über seine Lippen – schief, spitzbübisch, ehrlich. Dann setzte sich der alte Thorin in Bewegung.

Dass Veith sich ebenfalls Sorgen um den Krieg machte, ließ Erik einen Moment innehalten. Es war keine banale Feststellung, kein beiläufiger Kommentar – es war ein seltenes Eingeständnis von einem Mann, der sonst alles in sich hineinfraß. Und es bedeutete etwas. Erik wusste, dass Veith keine Frau und keine Kinder hatte. Aber seine Eltern und seine Schwestern - für die er nach dem Wegfall des Vaters, verantwortlich war. Seine Worte hallten nach. Nicht dramatisch, aber klar. Und er hatte recht. Nordsteading war nicht bereit. Nicht für das, was auf sie zukommen konnte.
Was immer sie waren – Krieger, Söldner, Jäger, Bauern – sie waren es nicht gewohnt, Seite an Seite unter einem Banner zu marschieren. Ihre Stärke lag im Einzelnen, in wilden Angriffen, nicht im taktischen Geschick oder disziplinierten Formationen. Die umliegenden Königreiche nannten sie Barbaren – und Erik musste sich eingestehen, dass da ein Körnchen Wahrheit drin lag. Sie kämpften mit Wut. Mit Leidenschaft. Aber nicht mit Struktur. Nicht mit Strategie. Und in einem Krieg reichte das nicht. Leidenschaft ließ einen das erste Gefecht überleben – aber nicht den Winter danach. "Castandor hat da einen klaren Vorteil.", auch wenn es lange keinen Krieg mehr gab - Castandor war kampferprobt, die Geschichte zeigte das.

Und damit glitten sie – zum Glück – zurück zu einem entspannteren Thema. Erik spürte förmlich, wie die Schwere der Gedanken sich ein Stück weit von seinen Schultern hob. Der Krieg würde noch früh genug jeden Tisch, jedes Lagerfeuer, jedes Gespräch vergiften. Wochen, vielleicht Monate, in denen es kaum ein anderes Thema mehr geben würde. Aber nicht heute. Nicht hier, mitten im Wald, wo der Duft von Laub und Erde schwer in der Luft hing, wo das Knacken von Ästen unter den Hufen ein uraltes Lied sang. Hier war noch Platz für andere Gedanken. Für die Jagd. Für leise Späße und alte Geschichten, für das rhythmische Atmen zweier Männer, die Schulter an Schulter durch das Dickicht ritten.

Doch die Ehe schien ein ebenso bedrückendes Thema zu sein wie der Krieg. Erik ließ den Blick nicht von Veith weichen, musterte dessen verdunkelte Miene mit einer hochgezogenen Augenbraue – eine Mischung aus stiller Verwunderung und der typischen Skepsis, die er sich für solche Gespräche aufhob. Erik grinste schief und schüttelte den Kopf, während er einen vom Schnee tief hängenden Zweig aus dem Weg räumte. "Also die Pferde meiner Frau in Ehren...", wiederholte er mit einem Hauch von Amüsement in der Stimme, "aber die besitzen doch etwas weniger Humor als manch ein Weib." Sein theatralisches Seufzen hallte leise im verschneiten Wald wider. "Und sie warten auch nicht in den Fellen auf dich um dich einmal in den Arm zu nehmen, wenn der Tag beschissen war.", fuhr er fort und tätschelte den Hals des Wallachs. "Du würdest das natürlich tun, wenn du könntest...", frotzelte er in Thorins Richtung, in dem Wissen, dass das Pferd ihn wohl für einen Bund Möhren verkaufen würde. "Und auch wenn’s nicht nur um das eine geht..." – er spielte mit einer Übertreibung, als würde er einem Jungfernchen pikante Geheimnisse anvertrauen – "nicht, dass die Linie der Alvarssons noch mit dir endet. Das wäre eine Schande. Unser letzter miesepetriger Silberwolf." Er blickte Veith schelmisch an, doch in seinen Augen lag auch ein Funken Wärme, der tiefere Sorgen zu verbergen suchte.

Erik zügelte sein Pferd und fixierte die Fährte, die Veith entdeckt hatte. "Hmhm...", murmelte er, während seine blauen Augen der Spur bis zum nächsten Dickicht folgten. "Gut abgelenkt..." Er zwinkerte dem Älteren zu, ehe er sein Pferd wieder antrieb, um der Fährte zu folgen.
Als sie das Dickicht umrundeten, wurden die Spuren deutlicher, tiefer eingegraben im weichen Boden. "Nicht mehr weit", meinte Erik mit ruhiger Stimme. "Vielleicht sollten wir zu Fuß weiter..." Er stieg vom Pferd, ließ die Zügel locker in der Hand baumeln und blickte zu Veith hinüber, bereit für den nächsten Schritt.
[Bild: Erik_Signatur_01.png]
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RE: Nothing burns like the cold. - von Erik Norrholm - 26-06-2025, 15:27

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