15-07-2025, 15:48 - Wörter:
Dieses Mal wollte sich Aurelia wirklich nicht mehr ihr Schnaufen verkneifen, oder wahlweise einfach die Entrüstung über diese Zweideutigkeit, die einfach nicht aufhören wollte. Machte der Fremde überhaupt etwas anderes, als Frauen auf ihre Perlen anzusprechen? Gerne konnte er denken, was er wollte, dass sie prüde war oder sich über Anspielungen pikierte, er wusste ja auch nicht, dass sie sich täglich mit weniger poetischen Anmachsprüchen herumschlagen durfte. Sollte er es ihretwegen noch weiter denken, sie hatte jedenfalls nicht mehr vor, mitzuspielen.
Ohnehin hatte sie sich noch nicht entschieden, was sie mit ihm anstellen wollte. Seine Intention war sehr offensichtlich - so, wie er sie ansah und seine Worte versuchten, sie in eine Richtung zu lenken und zu gucken, wo sie beide landeten. Als er erzählte, dass er eine Art Reisender war, warf sie ihm einen Blick über die Schulter zu und verweilte so einen Moment. Ihre Lippen formten sich zu einem stummen ’Ah’, nachdem er den Wein und seine Herkunft ansprach, und ihr im Gegenzug ebenfalls eine Frage stellte. Noch so etwas, wo sie keine Gnade kannte.
Ihr Blick suchte wieder die Weite des Meeres, für einen Moment, in dem sich ihre Nase leicht kräuselte.
“Ich sehe keinen Sinn dahinter, was ein Kennenlernen ändern sollte. Ich verkaufe Perlen.”
Sie wusste, wovon sie sprach - die Frage war, ob er immer noch auf seiner Zweideutigkeit beharren wollte, wenn sie so eindeutig war. “Das Einzige, was ich wissen muss, ist, wie viel Kupfer Ihr habt und wie viel Ihr kaufen wollt.”
Ihr Lächeln sprach nicht von Wärme, sondern von der Kalkulation und des Scharfsinns einer geübten Feilscherin; einer, die auf den größten Marktplätzen des Kontinents aufgewachsen war und sich nicht an den Ohren ziehen ließ. Der, dessen Namen sie nicht kannte, mochte vielleicht gut aussehen, aber deswegen würde sie es ihm nicht leichter machen.Ohnehin hatte sie sich noch nicht entschieden, was sie mit ihm anstellen wollte. Seine Intention war sehr offensichtlich - so, wie er sie ansah und seine Worte versuchten, sie in eine Richtung zu lenken und zu gucken, wo sie beide landeten. Als er erzählte, dass er eine Art Reisender war, warf sie ihm einen Blick über die Schulter zu und verweilte so einen Moment. Ihre Lippen formten sich zu einem stummen ’Ah’, nachdem er den Wein und seine Herkunft ansprach, und ihr im Gegenzug ebenfalls eine Frage stellte. Noch so etwas, wo sie keine Gnade kannte.
“Eine Art Reisender würde sich nicht einfach als Reisender beschreiben. Ihr seid…”
Zum zweiten Mal an diesem Nachmittag glitt ihr Blick offensichtlich an ihm herunter und schließlich wieder hoch in sein Gesicht, wo sie verweilte. “... ein Händler, oder jemand, der lieber für jemand anderen gehalten möchte.”
Reisender war keine Berufung; es war eine Lebenseinstellung, die Aurelia tatsächlich ein wenig beneidete. Dass sie während ihrer Musterung nach einem Ring an seinem Finger gesucht hatte, sprach sie dabei nicht an.Ihr Blick suchte wieder die Weite des Meeres, für einen Moment, in dem sich ihre Nase leicht kräuselte.
“Nein, aber ich habe viel von den Inseln gehört. Meine Familie macht keine Geschäfte dort. Lohnt sich nicht, wegen der Armut.”
Eine leichte Brise wehte über den Strand und streifte durch den nassen Stoff, der schon gar nicht mehr so klebte, nur vermutlich voll mit Sand war. Mit einem Kopfnicken deutete sie in die Richtung, in die sie schließlich bewegte, ohne auf den Fremden zu warten - aber langsam genug, um ihm die Möglichkeit zu geben, ihr zu folgen. 
