05-09-2025, 14:14 - Wörter:
War er überrascht davon, dass sie ihn umarmte? Sie hatte mit einer anderen Reaktion seinerseits gerechnet. Oder auch nicht? Hatte sie sich eine andere Reaktion gewünscht?
Aber im Grunde war es doch wie immer, oder? Er schloss die Arme um sie, hob sie ein Stück nach oben, bevor er sie vorsichtig wieder abstellte. Als würde sie kaputt gehen, wenn er sich zu schnell oder zu heftig bewegte.
Aber als sie ihn ansprach und seine Augen eine Spur wärmer wurden, sein Gesicht sich zu einem bubenhaften Ausdruck verformte, fühlte sie sich erleichtert.
Zu gerne hätten ihre Finger sich erneut in dieses volle Haar gegraben. Zu gerne hätte sie sich ihm erneut hingegeben, aber die Sachlage hatte sich seit ihrem letzten Zusammentreffen geändert.
Dennoch schenkte sie ihm ein warmes Lächeln und sah dann über die Schulter zu ihrem Pferd.
„Verhungern?“, wollte sie trocken, fast schon ein wenig spöttisch wissen. „Du missverstehst das. Wenn überhaupt stirbt er an schlimmer Vernachlässigung. Er wurde seit bestimmt fünf Minuten nicht mehr gekrault. Du weißt doch, wie er ist.“
Die beiden kannten sich immerhin.
Céo war schon lange kein Fohlen mehr. Genausowenig wie sie es war.
Die auftauchenden Lachfältchen um Rowans Augen herum waren wirklich hinreißend und Maebh ertappte sich dabei, sich zu fragen, wann sie Eanruig das letzte Mal hatte lachen sehen. Hatte er diese Lachfältchen ebenfalls? Sie überlegte einen Moment nahezu fieberhaft, ob er überhaupt jemals mehr tat, als vielleicht einmal kurz die Mundwinkel nach oben zu heben.
Das glich in Eanruigs Fall schon einem vollständigen Gefühlsausbruch.
Meistens war er ernst. Viel zu ernst. Maebh wünschte sich sehr, dass es mehr Leichtigkeit in ihrem Leben gegeben hätte.
Diese Leichtigkeit, die sie spürte, wenn Rowan sie so ansah, wie er das jetzt tat.
„Keine Sorge“, winkte sie ab und ihre Augen blitzten ebenso vergnügt wie die seinen. „Ich komm schon klar. Ich atme einfach durch die Nase wieder ein, während ihr spreche.“
Ihr Blick folgte seinen Bewegungen und Maebh hätte gerne genauso lässig und entspannt gewirkt wie er. Doch sie stand gerade und ruhig da, die Hände vor dem Körper ineinander geschoben und lächelte ihm freundlich zu, auch wenn die Mimik kurz ins Wanken geriet.
„Oh.“
Es war kein begeistertes Geräusch.
Es war Enttäuschung darüber, dass sie einander nur so kurz sehen würden.
„Nun… das… ja. Ich habe davon gehört.“
Standhaft bleiben, hätte man einem Soldaten jetzt gesagt. Aber das war es auch, was man Töchtern beibrachten, wenn sie lernen mussten, mit einer emotionalen Situation angemessen umzugehen.
Also blieb sie standhaft.
„Ich kann verstehen, dass du dich daran… nun… beteiligst. Ich finde nur schade, dass wir so nicht viel miteinander werden sprechen können.“
Sie lächelte ein wenig schief. Und ein Teil von ihr fragte sich sehr verzweifelt, wie genau sie dieses Thema jetzt ansprach.
„Es geht mir gut“, stellte sie fest. „Eanruig und ich sind uns … ein wenig näher gekommen. Und Aedán wächst, als würden wir ihn jeden Tag düngen. Es ist… besser geworden, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.“
Sah man einmal davon ab, dass ihre Stiefkinder sie zumeist mieden und sie sich schrecklich einsam fühlte.
Immer noch nicht vollständig zu Hause.
Zugegebenermaßen wäre sie lieber mit auf Drachenjagd gegangen, als sich den kommenden Tagen zu stellen.
Aber im Grunde war es doch wie immer, oder? Er schloss die Arme um sie, hob sie ein Stück nach oben, bevor er sie vorsichtig wieder abstellte. Als würde sie kaputt gehen, wenn er sich zu schnell oder zu heftig bewegte.
Aber als sie ihn ansprach und seine Augen eine Spur wärmer wurden, sein Gesicht sich zu einem bubenhaften Ausdruck verformte, fühlte sie sich erleichtert.
Zu gerne hätten ihre Finger sich erneut in dieses volle Haar gegraben. Zu gerne hätte sie sich ihm erneut hingegeben, aber die Sachlage hatte sich seit ihrem letzten Zusammentreffen geändert.
Dennoch schenkte sie ihm ein warmes Lächeln und sah dann über die Schulter zu ihrem Pferd.
„Verhungern?“, wollte sie trocken, fast schon ein wenig spöttisch wissen. „Du missverstehst das. Wenn überhaupt stirbt er an schlimmer Vernachlässigung. Er wurde seit bestimmt fünf Minuten nicht mehr gekrault. Du weißt doch, wie er ist.“
Die beiden kannten sich immerhin.
Céo war schon lange kein Fohlen mehr. Genausowenig wie sie es war.
Die auftauchenden Lachfältchen um Rowans Augen herum waren wirklich hinreißend und Maebh ertappte sich dabei, sich zu fragen, wann sie Eanruig das letzte Mal hatte lachen sehen. Hatte er diese Lachfältchen ebenfalls? Sie überlegte einen Moment nahezu fieberhaft, ob er überhaupt jemals mehr tat, als vielleicht einmal kurz die Mundwinkel nach oben zu heben.
Das glich in Eanruigs Fall schon einem vollständigen Gefühlsausbruch.
Meistens war er ernst. Viel zu ernst. Maebh wünschte sich sehr, dass es mehr Leichtigkeit in ihrem Leben gegeben hätte.
Diese Leichtigkeit, die sie spürte, wenn Rowan sie so ansah, wie er das jetzt tat.
„Keine Sorge“, winkte sie ab und ihre Augen blitzten ebenso vergnügt wie die seinen. „Ich komm schon klar. Ich atme einfach durch die Nase wieder ein, während ihr spreche.“
Ihr Blick folgte seinen Bewegungen und Maebh hätte gerne genauso lässig und entspannt gewirkt wie er. Doch sie stand gerade und ruhig da, die Hände vor dem Körper ineinander geschoben und lächelte ihm freundlich zu, auch wenn die Mimik kurz ins Wanken geriet.
„Oh.“
Es war kein begeistertes Geräusch.
Es war Enttäuschung darüber, dass sie einander nur so kurz sehen würden.
„Nun… das… ja. Ich habe davon gehört.“
Standhaft bleiben, hätte man einem Soldaten jetzt gesagt. Aber das war es auch, was man Töchtern beibrachten, wenn sie lernen mussten, mit einer emotionalen Situation angemessen umzugehen.
Also blieb sie standhaft.
„Ich kann verstehen, dass du dich daran… nun… beteiligst. Ich finde nur schade, dass wir so nicht viel miteinander werden sprechen können.“
Sie lächelte ein wenig schief. Und ein Teil von ihr fragte sich sehr verzweifelt, wie genau sie dieses Thema jetzt ansprach.
„Es geht mir gut“, stellte sie fest. „Eanruig und ich sind uns … ein wenig näher gekommen. Und Aedán wächst, als würden wir ihn jeden Tag düngen. Es ist… besser geworden, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.“
Sah man einmal davon ab, dass ihre Stiefkinder sie zumeist mieden und sie sich schrecklich einsam fühlte.
Immer noch nicht vollständig zu Hause.
Zugegebenermaßen wäre sie lieber mit auf Drachenjagd gegangen, als sich den kommenden Tagen zu stellen.
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