16-11-2025, 19:20 - Wörter:
Das Kichern, dass sein Vergleich mit der Latrinentür hinsichtlich der Zeitwahrnehmung ausgelöst hatte, erstarb mit seiner Frage danach, ob sie nicht einfach so tun konnten, als wäre sie nicht seine Stieftante.
Sie fühlte sich wahnsinnig vor den Kopf gestoßen und überfordert und im ersten Moment sorgte das Verziehen seiner Mundwinkel nur dafür, dass sie sich einfach aus der Situation ziehen wollte. Sie verlassen, damit sie nicht noch seltsamer wurde. Noch schmerzhafter. Noch brutaler.
Sie verstand keineswegs, wie er darauf kam, das so auszudrücken. Und warum es überhaupt notwendig war, es so zu sagen.
Sie sah ihn also einfach nur aus großen Augen an, verständnislos, als hätte er sie in einer fremden Sprache angesprochen.
Dann wanderte ihr Blick zu ihrem Pferd und ihre Finger legten sich sanft gegen Céos Nüstern auf der Suche nach Nähe und Trost. Beides konnte sie gerade sehr gut gebrauchen.
War er sich darüber im Klaren, was das gerade ausgelöst hatte?
Oder hatte er unbedacht gesprochen und geglaubt, dass diese Frage die Situation auflockerte?
Für Maebh jedenfalls hatte das keineswegs funktioniert. Viel mehr fühlte sie sich nun erst recht seltsam, aber sie tat das, worin sie gut war.
Sie überging es.
Stattdessen musterte sie zuerst ihr Pferd und dann ihn, ehe sie den Kopf zur Seite kippen ließ und einen Moment nachdachte.
„Und wenn ihr das Tier gefunden habt, was macht ihr dann?“, wollte sie wissen und fürchtete bereits die Antwort. Menschen waren die schlimmsten Monster, wenn man sie fragte. Denn wenn sie etwas fanden, dass so wundervoll und so mystisch war, dann wollten sie es auch besitzen. Sie wollten es dominieren und erforschen und dann vernichteten sie es, weil sie darin eine Bedrohung der eigenen Spezies sahen.
Das war das Problem, wenn man intelligent war. Man glaubte, das man alles kontrollieren musste. Und unterschrieb damit, so zumindest in Maebhs Gedankenwelt, den eigenen Untergang.
Das er die Reise an sich nicht scheute, ja, sie sogar genoss, konnte sie allerdings gut nachvollziehen. Wenn auch nicht den ganzen Rest.
Sie selbst hatte außerdem das Thema mit Eanruig angestoßen, also musste sie damit leben, dass sie nun darüber sprachen.
„Ich denke, es könnte mittlerweile mehr sein als nur ein sich arrangieren, weißt du? Ich glaube, dass ich vielleicht… endlich ankommen kann.“
Es war ein schwieriges Thema. Sicher. Denn zwischen ihnen hatte es auch etwas gegeben. Kurz. Wild. Ungestüm. Sie hatten einander geliebt. Aber sie führten keine Beziehung. Und er hatte sie auch nicht mitgenommen und einfach ihren Zwängen entrissen, sondern er war gegangen. Und hatte sie hier zurückgelassen.
Maebh trug ihm das nicht nach. Aber sie wünschte ich Glück. Und dieses Glück sollte sie doch mit ihrem Ehemann haben, oder?
Dann allerdings begann sie zu grinsen.
„Du willst ihm eine Lektion auf dem Pferd erteilen?“, wollte sie ein wenig neckend wissen und stupste ihm mit dem Zeigefinger gegen die Brust. „Er kann schon reiten, weißt du? Céo wird lammfromm, wenn mein Sohn auf seinem Rücken sitzt.“
Und das, obwohl der Hengst durchaus einen starken Kopf hatte, aber im Umgang mit dem Kind war das Tier absolut liebenswert.
Und schon hob ein tiefes Seufzen ihre Brust, als er nach der Hochzeit fragte.
„Hmh“, machte sie ein wenig unbestimmt. „Sicher hat Cathal dir erzählt, dass er heiraten wird? Hat er sonst irgendwas dazu gesagt?“
Sie fühlte sich wahnsinnig vor den Kopf gestoßen und überfordert und im ersten Moment sorgte das Verziehen seiner Mundwinkel nur dafür, dass sie sich einfach aus der Situation ziehen wollte. Sie verlassen, damit sie nicht noch seltsamer wurde. Noch schmerzhafter. Noch brutaler.
Sie verstand keineswegs, wie er darauf kam, das so auszudrücken. Und warum es überhaupt notwendig war, es so zu sagen.
Sie sah ihn also einfach nur aus großen Augen an, verständnislos, als hätte er sie in einer fremden Sprache angesprochen.
Dann wanderte ihr Blick zu ihrem Pferd und ihre Finger legten sich sanft gegen Céos Nüstern auf der Suche nach Nähe und Trost. Beides konnte sie gerade sehr gut gebrauchen.
War er sich darüber im Klaren, was das gerade ausgelöst hatte?
Oder hatte er unbedacht gesprochen und geglaubt, dass diese Frage die Situation auflockerte?
Für Maebh jedenfalls hatte das keineswegs funktioniert. Viel mehr fühlte sie sich nun erst recht seltsam, aber sie tat das, worin sie gut war.
Sie überging es.
Stattdessen musterte sie zuerst ihr Pferd und dann ihn, ehe sie den Kopf zur Seite kippen ließ und einen Moment nachdachte.
„Und wenn ihr das Tier gefunden habt, was macht ihr dann?“, wollte sie wissen und fürchtete bereits die Antwort. Menschen waren die schlimmsten Monster, wenn man sie fragte. Denn wenn sie etwas fanden, dass so wundervoll und so mystisch war, dann wollten sie es auch besitzen. Sie wollten es dominieren und erforschen und dann vernichteten sie es, weil sie darin eine Bedrohung der eigenen Spezies sahen.
Das war das Problem, wenn man intelligent war. Man glaubte, das man alles kontrollieren musste. Und unterschrieb damit, so zumindest in Maebhs Gedankenwelt, den eigenen Untergang.
Das er die Reise an sich nicht scheute, ja, sie sogar genoss, konnte sie allerdings gut nachvollziehen. Wenn auch nicht den ganzen Rest.
Sie selbst hatte außerdem das Thema mit Eanruig angestoßen, also musste sie damit leben, dass sie nun darüber sprachen.
„Ich denke, es könnte mittlerweile mehr sein als nur ein sich arrangieren, weißt du? Ich glaube, dass ich vielleicht… endlich ankommen kann.“
Es war ein schwieriges Thema. Sicher. Denn zwischen ihnen hatte es auch etwas gegeben. Kurz. Wild. Ungestüm. Sie hatten einander geliebt. Aber sie führten keine Beziehung. Und er hatte sie auch nicht mitgenommen und einfach ihren Zwängen entrissen, sondern er war gegangen. Und hatte sie hier zurückgelassen.
Maebh trug ihm das nicht nach. Aber sie wünschte ich Glück. Und dieses Glück sollte sie doch mit ihrem Ehemann haben, oder?
Dann allerdings begann sie zu grinsen.
„Du willst ihm eine Lektion auf dem Pferd erteilen?“, wollte sie ein wenig neckend wissen und stupste ihm mit dem Zeigefinger gegen die Brust. „Er kann schon reiten, weißt du? Céo wird lammfromm, wenn mein Sohn auf seinem Rücken sitzt.“
Und das, obwohl der Hengst durchaus einen starken Kopf hatte, aber im Umgang mit dem Kind war das Tier absolut liebenswert.
Und schon hob ein tiefes Seufzen ihre Brust, als er nach der Hochzeit fragte.
„Hmh“, machte sie ein wenig unbestimmt. „Sicher hat Cathal dir erzählt, dass er heiraten wird? Hat er sonst irgendwas dazu gesagt?“
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