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Revere a million prayers
10.11.1016 - 17:00
Verlies von Yasirah | irgendwo in Dharan al-Bhar
Trigger: Tod, Kindstod, Trauer

Tariq & Yasirah | 10.11.1016 | Zeit ungewiss
Sommerland
Yasirah ben Sahid
Sommerland - Admin
Alter 42
Beruf Königin
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Verheiratet
User Nessi
#3
Völlig im Delir gefangen wälzte sie sich auf dem harten Steinboden hin und her. Die Fesseln ihrer Erinnerungen lagen schwer auf dem mittlerweile gebrochenem Geist der einstigen Königin. Weder wusste sie, wie viele Tage seit ihrer Gefangenschaft vergangen waren, noch, was nun mit ihrem Land passierte. Doch tief in dem Flüstern der Schatten wurde sie sich einer Wahrheit allumfassend bewusst: es war ihr egal. Es spielte keine Rolle. Sie war keine Königin mehr, das wusste sie. Man hatte ihr symbolisch das Genick gebrochen. Dabei war ihr die Krone klirrend vom Kopf gefallen. Und mittlerweile, nach so vielen Tagen und Nächten in absoluter Einsamkeit, zweifelte sie nicht nur an ihrem Verstand, sondern auch an ihrer vergangenen Herrschaft. Eigentlich haben sich in der triefenden Dunkelheit Zweifel an allem in ihren Verstand gekrallt. An sich selbst, an ihren Erinnerungen, an ihren Taten, an ihrem Denken. Immer wieder war sie jede einzelne Sekunde des Attentats durchgegangen, immer wieder meinte sie sich an das warme Blut zu erinnern, das zwischen ihren Fingern entlang floss, nur um am Ende doch wieder in dem Gedankenkarussell zu landen, ob das Alles wirklich so geschehen war.

Auch in dem Moment, als sie leise Geräusche zu hören meinte, die immer lauter wurden, war sie sich sicher, dass sie nun anfangen würde zu halluzinieren. Die fehlende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme würde sie über kurz oder lang umbringen, dessen war sie sich sehr wohl bewusst. Doch dass ihr ihre Augen vorher solche Streiche spielen würden von Männern mit Schlangengesichtern, das überraschte sie für einen kurzen Moment. Nicht so sehr, dass es sie aus ihrer Trance gerissen hätte, doch zumindest so, dass sie anfing sich zu bewegen. So gut es eben ging. Nach all der Zeit waren ihre Gelenke steif und ihre Muskeln verkrüppelt. Yasirah hatte nichts mehr mit eleganten und stolzen Königin gemein, die jahrelang das Sommerland regiert hatte. Übrig war nur noch eine leere Hülle.

Als Hände sie berührten, zuckte sie zurück und versuchte sich in eine der steinernen Ecken zu flüchten. Versuchte auszuweisen und zu überleben. Menschliche Wärme fühlte sich in diesem Moment so unnatürlich und fremd an. Die Angst, einem weiteren Streich ihres Bewusstseins zu unterliegen, war zu hoch. Doch als plötzlich eine tiefe Männerstimme erklang, wusste sie, dass sie nicht träumte. Sie konnte diese Stimme spüren. Konnte die Gänsehaut wahrnehmen, die über ihren geschundenen Körper jagte. Und wusste, dass diese Realität nur wenig besser sein würde, als das, was ihre Fantasie sich für sie zusammenbraute.

Die Worte zu verstehen war eine Herausforderung, der sie unterlag. So lange hatte sie keine menschliche Stimmen gehört, die zu ihr sprachen. So lange war man ihr stumm und respektlos begegnet, dass sie nicht mehr mit dieser Art der Kommunikation umzugehen wusste.
Ein leises Stöhnen entkam ihr, als die Frauen anfingen sie zu entkleiden. Die frische Luft, die dabei plötzlich an ihre dreckige Haut strömte, ließ sie frösteln. Sie wollte das Alles nicht. Wollte in Ruhe gelassen werden. Wollte eigentlich nur noch ihren letzten Atemzug tun und ihrem Mann und Sohn folgen. Wünschte sich so sehr, dass ihr Mann, wo auch immer er nun war, endlich wieder einen gesunden Geist hatte. Und sie würde Alles dafür tun, es mit eigenen Augen zu sehen.

Doch das, was hier geschah, war das genaue Gegenteil. Während Wachen stumm einen neuen vollen Teller mit Essen brachten, wurde Yasirah völlig nackt ausgezogen und mit einem rauen Lappen abgerubbelt. Sie konnte spüren, wie ihr ganzer Körper rebellierte. Zu viel Berührung. Hitze stieg ihr zu Kopf und sie spürte einen unangenehmen Schwindel aufkommen, sodass sie sich mit der freien Hand an der nackten Steinmauer abstützen musste. Noch immer versuchte sie erfolglos die Hände, die sie wuschen, abzuwehren, versuchte sich wegzudrehen und ihren Körper zu schützen. Dass dort noch ein Mann stand und diese ganze Szenerie beobachtete, hatte sie längst vergessen. Und selbst wenn sie noch dran gedacht hätte, wäre es ihr egal gewesen. Vor einigen Tagen hätte sie ihm vielleicht noch ins Gesicht gespuckt, doch dafür gab es weder die nötige Energie, noch die nötige Spucke. Jedes Quäntchen Flüssigkeit musste ihre Körper bei sich behalten, um sich über Wasser zu halten.
[Bild: IjE3HXA.png]
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RE: Revere a million prayers - von Yasirah ben Sahid - 21-11-2025, 18:00

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