Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


A calm conversation
17.05.1011 - 07:00
Ceridwen's Heiligtum

The Stranger with the Healing Hands
Yue Bai
Herbstland - Admin
Alter 25
Beruf Priester-Novizin
Wohnort Ceridwens Heiligtum
Stand Verlobt
User Letha
#2
Eine Fremde starrte aus dem Teich zurück. Das quellklare Wasser tat nichts, um die Spuren der Wüste von ihrer Haut zu wischen und sie neben all den blassen Gesichtern untergehen zu lassen. Ihre Augenform passte nicht hierhin, mandelförmig und stromlinig, ihre Nase nicht, flach und stupsig, die Gesichtsform nicht, rund und jugendlich. Die Fremde versteckte ihr nachtschwarzes, glattes Haar unter der Kapuze ihres Umhangs, und doch war es nur ein weiterer missglückter Versuch, sich anzupassen. Dass sie nicht hierhin gehörte, hatte man ihr heute mehr als deutlich gemacht.
Es waren nicht die Worte, die Yue verletzten, denn die hatte sie bei aller Liebe kaum verstanden. Es war auch nicht die fehlende Freundlichkeit, die man ihr entgegen brachte, denn wenn überhaupt, dann hatte man sie nur zuvorkommend behandelt. Was konnte sie sich schon beschweren, wenn hinter dem Lächeln eine Distanz ruhte, die nur Menschen vorbehalten war, die nicht dazu gehörten. Wenn in den Augen Kälte glänzte, weil sie, eine Fremde, es wagte, in den Kreis einzubrechen und die alt eingesessenen Priesterinnen mit ihren Kinderträumen bloßzustellen. Jeder hier im Heiligtum behandelte sie so, als hätte sie sich das alles hier ausgesucht, aber niemand fragte, was hinter ihrem eigenen Lächeln ruhte, wenn sie sich für die Gastfreundschaft bedankte.
Vielleicht brauchte ihr Geist auch einfach diesen Rückzug an der Quelle, die in einem Teich mündete. Wenn Yue schwer zu Ruhe kam, suchte sie gerne die Einsamkeit der Natur. Die schlichte, raue Schönheit von einfachem Laub, kalter Luft und dem kleinen Leben unter ihren Füßen schob sie oft in den Schoß von Wirklichkeit und ihrem eigenen Zentrum. Doch was sie sonst immer erdete, ihr stets einen Halt gab, schien heute ungreifbar zu sein.

In dem seichten Nebel, der Ceridwens Heiligtum stets in einen milchigen Schleier legte und am Morgen frische Tropfen auf der eigenen Haut ablegte, sah sie den Mann nicht kommen, bis er auf einmal seine Stimme erhob. In der Hocke am Teichufer, wo der Saum ihres hellblauen Novizengewands vom Schlamm dunkel gefärbt war, fuhr die Spitze ihres Zeigefingers durch den klaren Wasserspiegel und durchtrennte ihr Spiegelbild. Die Stimme ließ sie deutlich zusammenzucken und ihre Hand aus Reflex zurückziehen. Mit großen, ertappten Augen schaute sie auf und formte ein einfaches
„Oh“
. Das ließ sie im Angesicht eines Druiden, vermutete sie mal, natürlich besonders elegant wirken, weshalb sie noch hastig hinzufügte:
„Ah, hallo.“
Hatte er sie gestört? Eine dünne Falte bildete sich zwischen ihren Augenbrauen, bevor sie wieder zu ihrem Spiegelbild sah, ungetrübt in dem ruhigen Wasser.
„Äh…“
, setzte sie an und irgendwie hatte sie das seltsame Gefühl, selbst noch nicht ganz da zu sein.
„Nein. Nein, du hast nicht gestört.“
Yue hatte eine sanfte Stimme, besonders klar, wenn sie die Wahrheit sprach. Er störte nicht. Wenn überhaupt, dann war sie diejenige, die nicht in dieses Bild, und nicht in dieses Land passte.
In einer raschen Bewegung wandte sie sich von ihrem Spiegelbild ab und erhob sich. Das Uferwasser zu ihren Füßen schlug leichte Wellen, als sich ihr Gewand mit ihr bewegte. Sie nahm sich nur kurz die Zeit, einen Blick auf die Gestalt vor ihr zu werfen und richtete ihren Blick dann lieber auf das Laub zwischen ihnen.
„Es ist wirklich ein schöner Ort, um nachzudenken, oder… zu meditieren vielleicht.“
Unbewusst schälte sich ihre Hand aus den weiten Ärmeln ihres Umhangs und umfasste ihren anderen Unterarm.
„Kommst du jeden Morgen hierher? Ich wollte dich nicht in deiner Routine stören, wie auch immer…“
Die aussehen soll, doch die Novizin beendete ihren Satz nicht.
„Tut mir leid.“
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
A calm conversation - von Ailean Cranstoun - 09-11-2025, 17:40
RE: A calm conversation - von Yue Bai - 25-11-2025, 05:23

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste