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Revere a million prayers
10.11.1016 - 17:00
Verlies von Yasirah | irgendwo in Dharan al-Bhar
Trigger: Tod, Kindstod, Trauer

Tariq & Yasirah | 10.11.1016 | Zeit ungewiss
Sommerland
Yasirah ben Sahid
Sommerland - Admin
Alter 42
Beruf Königin
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Verheiratet
User Nessi
#5
Gedämpft drang die Stimme des Mannes an ihr Ohr, die ihr so seltsam bekannt vorkam. Die Worte hallten durch die Stille wie Peitschenhiebe und die ehemalige Königin zuckte zusammen, als er mit der Hand eine Bewegung durch die Luft machte. Es dauerte keine zwei Sekunden, ehe die Hände der Bediensteten an ihren Armen und Beinen zerrten und dafür sorgten, dass sie nur wenige Minuten später in ordentlichen, sauberen und sogar duftenden Klamotten in ihrer Gefängniszelle saß. Die Wärme, die sich plötzlich unter dem Stoff sammelte, fühlte sich beinahe unangenehm und erdrückend an. Tage - oder waren es Wochen? - waren vergangen, in denen sie gefroren hat. In denen sie Husten und Halsschmerzen bekommen hat, weil es hier unten nass und kalt war. In denen sie sich gewünscht hatte warme Kleidung zu tragen, doch mittlerweile waren selbst diese Wünsche alle Vergangenheit. Die Bedürfnisse hatte ihr Geist einfach ausgeklammert. Sie wurden sowieso nicht befriedigt, daher brachte es auch nichts ihnen hinterher zu hängen. Genauso wenig wie der Liebe zu ihrem Mann und zu ihrem Sohn, wobei sie vor allem letzteres zu keiner Sekunde abstellen konnte. Es war, als wäre es das einzige, woraus sie bestand: Schmerz und Trauer. Die Worte des Mannes, die er nun an sie richtete, taten nicht einmal mehr weh. Sie erinnerte sich dunkel daran, dass sie mal geschmerzt hätten. Dass es Zeiten gegeben hat, wo sie alles mit Elan und Eifer dementiert und sich mit Stolz dagegen gewehrt hätte. Doch jetzt entlockte es ihr nicht mal mehr irgendein Geräusch, das auf ein Registrieren hingedeutet hätte.

Minuten vergingen, während die jungen Mädchen unsicher und unbeholfen neben der Frau standen, die zusammengekauert auf dem Boden saß. Der Teller mit dem Essen lag direkt vor ihren immer noch nackten Füßen, doch alleine der Gedanke daran etwas zu essen, sorgte dafür, dass ihr speiübel wurde. Sie wusste jedoch, dass dieser Mann keine leeren Drohungen aussprach. Nicht, weil sie ihn kannte, sondern weil sie an seiner Stimme hören konnte, wie egal sie ihm war. So egal, dass er auch auf anderen Wegen dafür sorgen würde, dass sie etwas aß. Also bewegte sie langsam ihre Hände und griff nach dem Brot, das verheißungsvoll auf dem Teller lag. Es war nahezu nur ein Krümel, den sie vom Brot abbiss. Das Gefühl sich plötzlich übergeben zu müssen war so allmächtig, dass sie das Brot beinahe fallen gelassen hätte. Yasirah fing an zu würgen.

Es dauerte etwas, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Und nachdem weder der Mann, noch die beiden jungen Frauen bislang gegangen waren, dämmerte ihr, dass sie nicht drum herum kommen würde, etwas zu sagen. Sie wusste nicht, was er sich davon erhoffte oder was seine Erwartungen waren, ob er sich nur an ihrem Leid ergötzen wollte oder ob er ein Ziel verfolgte, doch ehrlich gesagt spielte das Alles auch gar keine Rolle mehr. Ihr Land war sowieso verloren. Sie war verloren. Alle waren verloren.

"
Weder habe ich Gräueltaten, noch einen Mord zu verantworten
", erklang ihre Stimme leise und brüchig. Es erinnerte nichts mehr an die weiche Stimmfarbe, die sie noch vor wenigen Wochen gehabt hatte. "
Frauen sind nichts wert in unserer Gesellschaft. Sie haben nichts zu sagen, nichts zu entscheiden und schon gar nicht irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Sie sind dazu da, um euch
" - und dabei hätte sie ihm am liebsten vor die Füße gespuckt - "
zu befriedigen. Ihr seid scheinheilig und ein armseliger Feigling, wenn Ihr Euch die Werte so zurecht legt, wie Ihr sie gerade braucht. Sich nachts von uns beglücken lassen und tagsüber plötzlich behaupten, dass unsere Worte einen Wert besäßen
", ihre Worte fühlten sich an wie ätzende Säure in ihrem Mund. Begierig griff sie nun nach dem Wasserglas und versuchte den unangenehmen Geschmack herunter zu spülen. Hoffentlich würde dieser Mann sie einfach gleich wieder ihrem Schicksal überlassen und verschwinden.
[Bild: IjE3HXA.png]
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RE: Revere a million prayers - von Yasirah ben Sahid - 08-12-2025, 18:12

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