08-12-2025, 19:53 - Wörter:
Unter der Maske hob sich eine dunkle Augenbraue und Tariq musste sich fragen, ob sie einen Korken brauchten, den sie ihr in die Speiseröhre schoben, damit sie gar nicht erst auf die Idee kam zu würgen. Allerdings würde diese Methode das Atmen doch arg erschweren und eine tote Königin, selbst wenn sie entthront war und vor ihm im Dreck saß, war eine schlechte Königin.
Also legte er schlicht den Kopf ein wenig zur Seite und wartete. Wartete, ob sie es schaffte, wenigstens ein paar Bissen zu sich zu nehmen.
Klug wäre, langsam zu essen und den Magen vorsichtig wieder daran zu gewöhnen, dass er etwas zu sich nahm. Es mochte ihm nicht gefallen, dass sie aufgehört hatte, zu essen, aber das bekamen sie schon wieder hin.
Wenn sie jetzt noch weiter abmagerte und hungerte und sich in ihrem Selbstmitleid erging, dann würde sie ihnen auch nichts bringen.
Er hatte es schon Keeran gesagt und er hielt daran fest.
Sie brauchte eine Verbesserung ihrer Unterkunft.
Damit ihr Zustand sich verbesserte. Man konnte auch einfach leben, ohne das man am Ende an irgendeiner Krankheit starb.
Und Armut sowie Demut taten der Königin sicher gut.
Offenbar schien Yasirah die Situation auch aussitzen zu wollen. Etwas, das ihn gleichermaßen belustigte wie auch frustrierte. Es nervte ihn wirklich, dass er an dieser Stelle offenbar den längeren Atem brauchte und dass sie es ganz offenkundig nicht schaffte, sich einen Moment zurückzunehmen und das zu tun, was sie sollte. Nämlich essen und mit ihm sprechen.
Es störte ihn massivst, dass er sich nun für sie in Geduld üben musste.
Für seine inneren Regungen war es gleich, ob er eine Maske trug oder nicht. Auf seinem Gesicht passierte allgemein recht wenig, wenn er mit jemandem sprach und seine Mimik nicht ganz bewusst für einen bestimmten Zweck einsetzte.
Auch seine Körperhaltung blieb weiterhin völlig entspannt.
Als wäre das hier nichts weiter als ein flauschiges Örtchen, an dem man sich prächtig unterhalten konnte.
Und dann sprach sie endlich. Ihr schien aufgegangen zu sein, dass sie sprechen musste, wenn sie wollte, dass er und die Frauen, die er mitgebracht hatte, wieder gingen. Irgendwann. Vielleicht.
„Oh, du magst es jetzt noch nicht sehen“, stellte er gelassen fest, „aber auch Frauen haben die Möglichkeit, sich entsprechend zu… orientieren. Und wenn du nicht einmal das hinbekommen hast, dann steht es offenbar nicht nur um deine Fähigkeiten als Königin schlecht. Sondern auch um deine Fähigkeiten als Frau. Verwirrend, ich konnte immerhin alles sehen und rein körperlich“, unter der Maske wanderte sein Blick einmal von oben nach unten an Yasirahs hagerem Körper entlang, „bist du eine Frau. Vielleicht ist dein Gehirn einfach nur nicht ausreichend gefaltet und du bist zum Denken einfach nicht gut in der Lage.“
Das konnte sein.
Dafür konnte sie in diesem Fall nichts. Das kam in den besten Familien vor und in diesen Sonderfällen gab es schlichtweg keine Heilung. Man konnte es einfach nur erdulden oder man erschlug es mit dem nächsten herumliegenden Knüppel.
In Yasirahs Fall hatte sie offenbar Glück gehabt. Wenngleich das Denkvermögen schon nicht ausreichend zu funktionieren schien, so war sie immerhin hübsch. Und hatte einen ansehnlichen Körper. Das reichte den meisten Männern aus und so brachte sie immerhin der Familie noch was ein, indem man sie verscherbelte. Obgleich die Aussteuer einer solch hübschen Frau sich vermutlich auch sehen lassen konnte.
Immerhin musste man den Mann dafür entschädigen, dass er das Denken von der Heirat an nicht nur für sich selbst übernehmen musste.
Dann begann er zu Lachen.
„Yasirah, ich fürchte, ich muss dich enttäuschen. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie eine Frau gefickt und ich habe nicht vor, damit anzufangen“, stellte er fest. „In meinen Augen könntet ihr so viel mehr sein, aber ihr entscheidet euch lieber dazu, wegen allem hysterisch oder melodramatisch zu werden. So wie jetzt“, er deutete auf sie. „Ein Bissen Brot und du würgst, als hätte man dir was verdorbenes hingestellt. Du solltest dankbar sein, dass wir nicht zugelassen haben, dass du auch gestorben bist.“
Er ging vor ihr in die Hocke und legte die behandschuhte Hand um ihr Kinn, um ihren Kopf ein wenig anzuheben.
„Du hast nichts getan um deinen Mann zu retten. Nichts um irgendwen zu retten. Du warst eine schlechte Ehefrau. Eine schlechte Mutter. Und eine wahrhaft grauenvolle Königin. Und jetzt, wo du leben musst wie dein Volk, hast du allen Lebenswillen einfach so verloren?“
Er schnalzte leise mit der Zunge, während er den Kopf schüttelte.
„Ich bitte dich, Yasirah. Wer soll dir das glauben, hmh? Glaubst du dir überhaupt selbst?“
Dass sie ihm die Worte regelrecht entgegengeschleudert hatte, tangierte ihn nun eher peripher. Für ihn hatte ihr Tonfall keinerlei Relevanz. Alles, was ihr einen stärkeren Willen schenkte und dafür sorgte, dass sie aktiv wurde, anstatt melodramatisch vor sich hinzuvegetieren war ihm gerade willkommen.
„Sei nicht so dramatisch, Yasirah. Das steht dir nicht. Als hätte dich jemals wer anders gefickt als dein Mann. Du hattest sicher noch nie das Pech, jede Nacht einen anderen Schwanz zwischen deine Beine lassen zu müssen“, gab er roh und gleichermaßen grob wie sie zurück. „Aber das ist kein Thema. Wir sorgen dafür, dass du ein wenig mehr an Gewicht hast und mehr als ein paar Minuten sauber bist und dann bieten wir dich an, hmh? Ich bin mir sicher es finden sich ein paar Männer, die Gefallen an dir haben werden. Ich möchte dich natürlich keineswegs um diese doch für eine Frau offenbar sehr wichtige Erfahrung bringen.“
Man konnte das Lächeln durchaus hören, dass um seine Lippen spielte.
Dann schüttelte er den Kopf.
„Oder“, er ließ sie wieder los und trat einen Schritt zurück, „du bist einfach höflich zu mir und wir führen eine anständige gesittete Unterhaltung. Ich bin mir sicher, du bekommst das hin. Der Demütigungen gab es genug, schätze ich. Und wenn du brav bist und mich überzeugst, dann habe ich vielleicht sogar eine kleine…“, er sah sich kurz in dem Loch um, in dem Yasirah derzeit ihr Leben fristete, „Verbesserung für dich. Was das Wohnarrangement betrifft.“
Er fand, dass das ein faires Angebot war.
Also legte er schlicht den Kopf ein wenig zur Seite und wartete. Wartete, ob sie es schaffte, wenigstens ein paar Bissen zu sich zu nehmen.
Klug wäre, langsam zu essen und den Magen vorsichtig wieder daran zu gewöhnen, dass er etwas zu sich nahm. Es mochte ihm nicht gefallen, dass sie aufgehört hatte, zu essen, aber das bekamen sie schon wieder hin.
Wenn sie jetzt noch weiter abmagerte und hungerte und sich in ihrem Selbstmitleid erging, dann würde sie ihnen auch nichts bringen.
Er hatte es schon Keeran gesagt und er hielt daran fest.
Sie brauchte eine Verbesserung ihrer Unterkunft.
Damit ihr Zustand sich verbesserte. Man konnte auch einfach leben, ohne das man am Ende an irgendeiner Krankheit starb.
Und Armut sowie Demut taten der Königin sicher gut.
Offenbar schien Yasirah die Situation auch aussitzen zu wollen. Etwas, das ihn gleichermaßen belustigte wie auch frustrierte. Es nervte ihn wirklich, dass er an dieser Stelle offenbar den längeren Atem brauchte und dass sie es ganz offenkundig nicht schaffte, sich einen Moment zurückzunehmen und das zu tun, was sie sollte. Nämlich essen und mit ihm sprechen.
Es störte ihn massivst, dass er sich nun für sie in Geduld üben musste.
Für seine inneren Regungen war es gleich, ob er eine Maske trug oder nicht. Auf seinem Gesicht passierte allgemein recht wenig, wenn er mit jemandem sprach und seine Mimik nicht ganz bewusst für einen bestimmten Zweck einsetzte.
Auch seine Körperhaltung blieb weiterhin völlig entspannt.
Als wäre das hier nichts weiter als ein flauschiges Örtchen, an dem man sich prächtig unterhalten konnte.
Und dann sprach sie endlich. Ihr schien aufgegangen zu sein, dass sie sprechen musste, wenn sie wollte, dass er und die Frauen, die er mitgebracht hatte, wieder gingen. Irgendwann. Vielleicht.
„Oh, du magst es jetzt noch nicht sehen“, stellte er gelassen fest, „aber auch Frauen haben die Möglichkeit, sich entsprechend zu… orientieren. Und wenn du nicht einmal das hinbekommen hast, dann steht es offenbar nicht nur um deine Fähigkeiten als Königin schlecht. Sondern auch um deine Fähigkeiten als Frau. Verwirrend, ich konnte immerhin alles sehen und rein körperlich“, unter der Maske wanderte sein Blick einmal von oben nach unten an Yasirahs hagerem Körper entlang, „bist du eine Frau. Vielleicht ist dein Gehirn einfach nur nicht ausreichend gefaltet und du bist zum Denken einfach nicht gut in der Lage.“
Das konnte sein.
Dafür konnte sie in diesem Fall nichts. Das kam in den besten Familien vor und in diesen Sonderfällen gab es schlichtweg keine Heilung. Man konnte es einfach nur erdulden oder man erschlug es mit dem nächsten herumliegenden Knüppel.
In Yasirahs Fall hatte sie offenbar Glück gehabt. Wenngleich das Denkvermögen schon nicht ausreichend zu funktionieren schien, so war sie immerhin hübsch. Und hatte einen ansehnlichen Körper. Das reichte den meisten Männern aus und so brachte sie immerhin der Familie noch was ein, indem man sie verscherbelte. Obgleich die Aussteuer einer solch hübschen Frau sich vermutlich auch sehen lassen konnte.
Immerhin musste man den Mann dafür entschädigen, dass er das Denken von der Heirat an nicht nur für sich selbst übernehmen musste.
Dann begann er zu Lachen.
„Yasirah, ich fürchte, ich muss dich enttäuschen. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie eine Frau gefickt und ich habe nicht vor, damit anzufangen“, stellte er fest. „In meinen Augen könntet ihr so viel mehr sein, aber ihr entscheidet euch lieber dazu, wegen allem hysterisch oder melodramatisch zu werden. So wie jetzt“, er deutete auf sie. „Ein Bissen Brot und du würgst, als hätte man dir was verdorbenes hingestellt. Du solltest dankbar sein, dass wir nicht zugelassen haben, dass du auch gestorben bist.“
Er ging vor ihr in die Hocke und legte die behandschuhte Hand um ihr Kinn, um ihren Kopf ein wenig anzuheben.
„Du hast nichts getan um deinen Mann zu retten. Nichts um irgendwen zu retten. Du warst eine schlechte Ehefrau. Eine schlechte Mutter. Und eine wahrhaft grauenvolle Königin. Und jetzt, wo du leben musst wie dein Volk, hast du allen Lebenswillen einfach so verloren?“
Er schnalzte leise mit der Zunge, während er den Kopf schüttelte.
„Ich bitte dich, Yasirah. Wer soll dir das glauben, hmh? Glaubst du dir überhaupt selbst?“
Dass sie ihm die Worte regelrecht entgegengeschleudert hatte, tangierte ihn nun eher peripher. Für ihn hatte ihr Tonfall keinerlei Relevanz. Alles, was ihr einen stärkeren Willen schenkte und dafür sorgte, dass sie aktiv wurde, anstatt melodramatisch vor sich hinzuvegetieren war ihm gerade willkommen.
„Sei nicht so dramatisch, Yasirah. Das steht dir nicht. Als hätte dich jemals wer anders gefickt als dein Mann. Du hattest sicher noch nie das Pech, jede Nacht einen anderen Schwanz zwischen deine Beine lassen zu müssen“, gab er roh und gleichermaßen grob wie sie zurück. „Aber das ist kein Thema. Wir sorgen dafür, dass du ein wenig mehr an Gewicht hast und mehr als ein paar Minuten sauber bist und dann bieten wir dich an, hmh? Ich bin mir sicher es finden sich ein paar Männer, die Gefallen an dir haben werden. Ich möchte dich natürlich keineswegs um diese doch für eine Frau offenbar sehr wichtige Erfahrung bringen.“
Man konnte das Lächeln durchaus hören, dass um seine Lippen spielte.
Dann schüttelte er den Kopf.
„Oder“, er ließ sie wieder los und trat einen Schritt zurück, „du bist einfach höflich zu mir und wir führen eine anständige gesittete Unterhaltung. Ich bin mir sicher, du bekommst das hin. Der Demütigungen gab es genug, schätze ich. Und wenn du brav bist und mich überzeugst, dann habe ich vielleicht sogar eine kleine…“, er sah sich kurz in dem Loch um, in dem Yasirah derzeit ihr Leben fristete, „Verbesserung für dich. Was das Wohnarrangement betrifft.“
Er fand, dass das ein faires Angebot war.
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