21-12-2025, 10:10 - Wörter:
Sie gab ihm zu viele Aufhänger, oder? Zu viel Raum, um seinen Charme spielen zu lassen, wie er mal um mal bewies und Aurelias Gedanken mit Bildern speiste, die anderen Frauen die Farbe ins Gesicht hätten steigen lassen. Vielleicht wollte sie auch genau das - von ihm herausgefordert, gereizt zu werden, weil sie wusste, dass es sich eigentlich nicht gehörte. Er war ein Fremder, hatte ihr nicht einmal seinen Namen verraten oder nach ihrem gefragt. Sein Auftreten schrie nach Fremde, und doch stand sie hier und stellte sich vor, wie sein Blick an ihrem Körper hinunter wandern würde, wäre sie nur in Perlenketten gekleidet. Mehr als ein Schnaufen erntete er nicht von ihr, weil sie ein wenig ihren Biss verloren hatte. Verdammter Charme und alles, was in Begleiterscheinung kam.
Was hatte er nur an sich, dass sie ihren Abend schon mit ihm im Bilde sah, wie er in der Taverne auf sie wartete und sie sich dann davon stahlen. Sie war an den Strand gekommen, um Zeit für sich zu haben, nicht um Männer kennenzulernen, die nach einem Fehler schrien. Sie konnte ihn ja wohl kaum mit nach Hause nehmen, wo ihre Mutter ihren Schuh nach ihr schmeißen würde. Sicher konnte sie ihn nicht hoch auf ihr Zimmer schmuggeln unter den Argusaugen ihrer Schwester, der sie keine Rede und Antwort schuldig sein wollte. Fakt war, dass sie nicht mehr lange hatte, bis sie die Weinkrüge in die Hand nehmen und die Kundschaft in der Familientaverne bedienen musste. Fragte sie ihn deswegen, ob er die Absicht hatte, sie zu begleiten, als würde sie nur darauf warten, dass sich ihre Wege wieder trennten? Nein, sie wollte, dass er blieb. Mindestens die Antwort auf ihre Frage, die er so vage nach hinten verschob, war er ihr nun schuldig.
Aurelia verlangsamte ihren Schritt und ließ sich Zeit mit der Antwort, aber es wäre gelogen, wenn sie wirklich ihre Möglichkeiten abwägte, geschweige denn rational entschied. “
Verflucht sei das Familiengeschäft, sie hätte ihn gerne in der Stadt herumgeführt und mit ihm Karten gespielt, wie er es angedeutet hatte. Eventuell hätte sie sogar absichtlich verloren, bis nur noch eine Perlenkette einen mickrig geringen Anteil ihrer Haut verdecken würde. Aber Aurelia war keine Händlerin, die sich ihre Arbeitszeiten scheinbar aussuchen durfte - er musste ein reicher Händler sein, wenn er sich derartige Freiheiten erlauben konnte -, sondern nur eine Tochter mit Verpflichtungen.
Den Blick nach vorne gerichtet, vorbei an einem Esel mit Schriftrollen auf dem Rücken, antwortete sie schließlich:
“Ich gewinne gerne”
, gab Aurelia zu und warf dem Mann hinter sich einen längeren Blick zu. Nein, sie amüsierte sich nicht über das Bild, das er angedeutet hatte, er halbnackt in einer Gruppe von lauten, grölenden Seemännern, die alle kein Kupfer mehr im Geldbeutel hatten und deswegen um ihre Kleidung buhlen mussten. Der kompetitive Ansatz hingegen, das Ich würde dich gerne verlieren sehen, funkelte dunkel hinter ihren braunen Augen. “Und ich bin gut in Kartenspielen. Gegen mich werdet Ihr nur leiden.”
Weil sie sich vielleicht gerade dazu entschieden hatte, ihn lange im Spiel zu behalten, sollte er wirklich so schlecht sein wie behauptet. Glück in der Liebe also…?Was hatte er nur an sich, dass sie ihren Abend schon mit ihm im Bilde sah, wie er in der Taverne auf sie wartete und sie sich dann davon stahlen. Sie war an den Strand gekommen, um Zeit für sich zu haben, nicht um Männer kennenzulernen, die nach einem Fehler schrien. Sie konnte ihn ja wohl kaum mit nach Hause nehmen, wo ihre Mutter ihren Schuh nach ihr schmeißen würde. Sicher konnte sie ihn nicht hoch auf ihr Zimmer schmuggeln unter den Argusaugen ihrer Schwester, der sie keine Rede und Antwort schuldig sein wollte. Fakt war, dass sie nicht mehr lange hatte, bis sie die Weinkrüge in die Hand nehmen und die Kundschaft in der Familientaverne bedienen musste. Fragte sie ihn deswegen, ob er die Absicht hatte, sie zu begleiten, als würde sie nur darauf warten, dass sich ihre Wege wieder trennten? Nein, sie wollte, dass er blieb. Mindestens die Antwort auf ihre Frage, die er so vage nach hinten verschob, war er ihr nun schuldig.
Aurelia verlangsamte ihren Schritt und ließ sich Zeit mit der Antwort, aber es wäre gelogen, wenn sie wirklich ihre Möglichkeiten abwägte, geschweige denn rational entschied. “
Also keine Termine? Kein Abendessen, zu dem Ihr eingeladen seid? Sicher habt Ihr wichtige Geschäfte in der Stadt zu erledigen”
, zweifelte sie seine Worte an und beobachtete aus den Augenwinkeln, wie er reagierte. Es kam ihr wahrlich unwahrscheinlich vor, dass er derartig viel freie Zeit hatte, um einer Frau nachzustellen - dann wiederum schmeichelte es einen Teil von ihr, der die Aufmerksamkeit gerne hatte wie eine Katze, die Wärme suchte. Verflucht sei das Familiengeschäft, sie hätte ihn gerne in der Stadt herumgeführt und mit ihm Karten gespielt, wie er es angedeutet hatte. Eventuell hätte sie sogar absichtlich verloren, bis nur noch eine Perlenkette einen mickrig geringen Anteil ihrer Haut verdecken würde. Aber Aurelia war keine Händlerin, die sich ihre Arbeitszeiten scheinbar aussuchen durfte - er musste ein reicher Händler sein, wenn er sich derartige Freiheiten erlauben konnte -, sondern nur eine Tochter mit Verpflichtungen.
Den Blick nach vorne gerichtet, vorbei an einem Esel mit Schriftrollen auf dem Rücken, antwortete sie schließlich:
“Ich fange gleich bei meinem Vater in der Taverne an. Ihr könnt mich bis zum Hafen begleiten, wenn Ihr wollt.”
Wirklich glücklich wirkte sie nicht, aber die Einladung blieb aus. Sie würde ihn sicher nicht davon abhalten, ihr in die Taverne zu folgen, aber sie wollte ihn sicher auch nicht aktiv dort haben, wo er unerwünschte Anforderungen an sie stellen konnte. Wenn sie arbeitete, dann würde sie sich nicht um ihn kümmern, und sicher wollte sie nicht, dass er die ganze Nacht auf sie wartete. Oder wollte sie es doch? Es hatte schon Situationen gegeben, in denen Stammgäste aufdringliche Männer aus der Taverne geworfen hatten, und Aurelia hatte nicht vor, das zu wiederholen. Nur weil sie sich zehn Minuten lang kannten, war sie doch nicht dumm genug, zu behaupten, sie kannte ihn. Wer sich nicht einmal mit dem eigenen Namen vorstellte, hatte mehr zu verbergen als nur eine potentiell aggressive Ader, wenn er zu tief ins Glas schaute.
