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where the hay remembers
10.10.1016 - 06:00
Stallungen der Festung

Heimatlose
Rowan Fraser
Heimatlose
Alter 31
Beruf Söldner
Wohnort Heimatlos
Stand Ledig
User Mim
#7
Rowan mochte ein Spezialist sein, wenn es darum ging, nicht nur in Fettnäpfchen zu treten sondern glatte Bauchlandungen darin zu absolvieren, weil er seinen Humor so manches Mal an falscher Stelle platzierte oder so wie jetzt mit schlechten Scherzen den unangenehmen Dingen Namen geben und sie so weniger bedrohlich und erdrückend wirken lassen wollte, doch was das Aufnehmen von Stimmungen betraf, darin ließ ihn nur selten sein richtiger Riecher im Stich. Und genau der sagte ihm jetzt, dass genau diese Stimmung bei Maebh gewaltig kippte. Beinahe schon hätte er wie ein kleiner Junge, dem man auf die Finger klopfte, den Kopf eingezogen, als er wahrnahm wie das Leuchten in den Augen, das gerade noch durch das leise Kichern ob seines kleinen Scherzes verstärkt worden war, deutlich gedimmt wurde und sich so etwas wie eine unsichtbare Wand zwischen ihnen aufbaute. Etwas, das Rowan in keiner Weise beabsichtigt hatte. Hätte er ob der offensichtlichen Situation zwischen ihnen einfach schweigen sollen und so tun, als wäre es das normalste auf der Welt, wie sich ihre Beziehung zueinander nun darstellte - zumindest wenn man nach den gesellschaftlichen Standards ging und nach dem, was nach Außen hin präsentiert wurde? Maebh war in seinem Alter und doch war sie die Frau seines Onkels und somit - wie er zu ihrem sichtbaren Unbehagen ausgesprochen hatte - ihre Stieftante. Zumindest seiner Ansicht nach. Wie genau die Verwandtschaftsverhältnisse sich nach beendeten Ehen - sei es durch den Tod oder eine Trennung vom Partner - darstellten, wenn das leibliche Familienmitglied wieder ehelichte, darüber wollte sich der 31 Jährige jetzt nun wirklich nicht den Kopf zerbrechen. Die endlos zähen Stunden, in denen er als Kind in Etikette unterrichtet worden war, hatten ihm fürs Leben gereicht. Vor allem, da die meisten dieser Stunden damit geendet hatten, dass er in einer Ecke stand und Bekanntschaft mit dem Rohrstock gemacht hatte, weil er sein loses Mundwerk und seine zappeligen Glieder nicht an sich halten hatte können. Seine Lehre hatte er aus der Reaktion der Dunkelhaarigen nun aber deutlich gezogen und schwor sich selbst, das leidige Thema nie wieder anzusprechen. Wenn er genau darüber nachdachte brauchte es schließlich auch keine Bezeichnung dafür, wie sie zueinander standen oder was ihre Heirat mit Eanruig aus ihnen beiden des Standes halber nun gemacht hatte. Zwar waren sie keine Liebenden mehr, wie noch vor einigen Jahren, aber die Zuneigung, von der Rowan hoffte, dass sie immer noch auf Gegenseitigkeit beruhte, ging über reine fleischliche Anziehung hinaus. Sie waren Freunde. Oder konnten es zumindest sein, so Maebh ihn nun nicht ganz verteufelte. Verbündete in einer Welt, in der die einzige Abwehr gegen das Gefressen werden eine harte Schale war.

Glücklicherweise schien seine Gegenüber auf das von ihm auf so tollpatschige Art und Weise angebrochene Thema nicht näher eingehen zu wollen und widmete sich stattdessen wieder der Tatsache, dass er schon in wenigen Tagen auf dem Rücken seines Wallachs auf der Suche nach einem geschuppten Ungetüm sein würde. Ob er den Legenden und Gerüchten glauben schenken wollte - oder eher welchem Teil davon - die sich um die Drachen rankten, wusste er noch nicht so genau. Generell war Rowan Fraser kein Mann, der sich von Märchen und Schauergeschichten in irgendwas hineintheatern ließ. Viel mehr wollte er Dinge mit seinen eigenen Augen sehen, um sie einschätzen zu können und seine Schlüsse daraus zu ziehen. Genau auf diese Art und Weise ging er auch an die Drachenjagd heran. Das war auch der Grund, weshalb ihn Maebhs Frage nachdenklich stimmte. "Nun, der König hat ein Kopfgeld auf das Haupt des Drachen ausgesetzt. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass er ihn gerne lebendig als Schoßtier neben seinem Thron liegen haben möchte..." Die Vorstellung mochte zwar für so manchen Monarchen ein Sinnbild der Macht darstellen, aber Rowan war sich ziemlich sicher, dass dem König von Farynn der Kopf der Bestie als Dekor über seinem Thron völlig zur Machtbezeugung reichen würde. "Bis zu dem Moment, wo ich dem Tier Augen in Auge gegenüber stehe, habe ich jedoch noch gar nicht gedacht." Fast schon entschuldigend senkte er die Schultern und ließ seinen Blick für einen Moment über die Köpfe der Pferde hinwegschweifen, so als suche er in der Ferne nach den richtigen Worten. "Ich denke kein Tier oder Wesen verdient es, einfach aufgrund des Geltungsdranges eines anderen sein Leben zu verlieren. Daher kann ich nur so viel sagen, als dass ich mich zumindest verteidigen werde, sollte es mich oder meine Gruppe angreifen. Worin ich an sich jedoch jetzt keinen kriegerischen Akt sehe." So ganz sicher war er sich seiner Sache nicht wirklich. Immer noch saß da die kleine Stimme in seinem Hinterkopf, die ihm einreden wollte, dass es Drachen gar nicht gab und er somit auch gar nicht erst in die Situation kommen musste, ein solches Wesen zu töten. Doch was, wenn diese Stimme eben Lügen gestraft wurde? Innerlich schluckte Rowan, wurde dann jedoch durch den Themenwechsel auf Maebhs Beziehung zu Eanruig aus seinen Gedanken gerissen.

Ihr Geständnis versetzte ihm für einen Moment einen zarten Stich ins Herz. Ein Stich, der an Gefühle erinnerte, die einmal da gewesen waren, sich aber mittlerweile verändert hatten. So wie er und sie beide sich ebenso verändert hatten. "Du hast echtes Gefallen an ihm gefunden, nicht wahr?" Rowan legte den Kopf leicht schief und sah sie direkt an, jedoch mit keinerlei Vorwurf oder gar Hohn in der Stimme. Vielmehr war es etwas sanftes, das nun seine Augen heimsuchte. Ein Abschluss und ein neuer Anfang zugleich, für Maebh und für ihn. "Wenn dem so ist, dann wünsche ich dir von Herzen, dass er deine Zuneigung erwidert und du glücklich wirst. Denn nichts anderes hast du verdient." Zielgerichtet nahm er seine Hand von Céos Hals und legte sie für einen Augenblick unter Maebhs Kinn. "Sollte er dir nämlich das Herz brechen, dann macht er mich zum Blutsverräter und ich würde nur ungern mein Gesicht auf einem Fahndungssteckbrief sehen, weil ich fürstliches Blut vergossen habe." Sein Blick war ernst, auch wenn seine Mundwinkel leicht zucken. "Außerdem schaffen die es nie, meine Nase auf Portraits richtig zu zeichnen, also täte Eanruig gut daran, uns alle nicht in diese Verlegenheit zu bringen." Ja, er hätte wirklich kein Problem damit, seinem Onkel eine gebrochene Nase zu verpassen oder schlimmeres, sollte er seiner Vermählten seelisches oder physisches Leid antun. Denn auch wenn sie nicht mehr in Liebe und Leidenschaft miteinander verbunden waren, so besaß Rowan doch einen ausgeprägten Beschützerinstinkt Maebh gegenüber - auch wenn er wusste, dass diese im Zweifel jeden noch so großen Mann in die Knie zwingen konnte.

Hinsichtlich der Reitkünste von Maebhs Sohnemann stahl sich dann doch wieder ein Lachen von seinen Lippen. "Perfekt! Wenn er bereits reiten kann, dann können wir ja direkt mit dem Tjosten beginnen! Am Ende wird der Kleine der erste Ritter, der mit einer Drachenschuppe als Schild kämpft." Die Vorstellung war gleichermaßen erheiternd wie faszinierend, auch wenn Rowan noch nicht wirklich eine Ahnung davon hatte, was ihn wirklich erwartete - und OB ihn überhaupt etwas erwartete. Beim Thema Cathal war er sich da dann zumindest schon sicherer. "Ja, er hat mit mir darüber gesprochen, sich aber bei den Details eher zurückgehalten." Rowan rieb sich den Nacken und legte den Kopf leicht schief. "Vielleicht kannst du mir etwas auf die Sprünge helfen, wie es dazu gekommen ist?"
[Bild: Rowan-Sig.png]
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where the hay remembers - von Rowan Fraser - 12-08-2025, 22:16
RE: where the hay remembers - von Maebh Fraser - 15-08-2025, 18:50
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