08-02-2026, 18:47 - Wörter:
Ein vages Schmunzeln huschte über Cathals Lippen, als Muirín ihre Vorliebe für Chancengleichheit bekundete und ihm damit ebenfalls eine zweite Gelegenheit einräumte. Es lag eine gewisse Ironie darin, dass sie beide einander zunächst scharf angefahren hatten, nur um nun, deutlich zahmer geworden, wieder den Kontakt zu suchen. Eigentlich war all das sogar unnötig, wie Cathal sich eingestehen musste – und er konnte sich bereits ausmalen, was sein Vater dazu sagen und was dessen Gemahlin wohl darüber denken würde.
Doch das war eine Sorge, um die sich Cathal später kümmern konnte. Und wer, wenn nicht er selbst, war ein wahrer Meister darin, eine Schelte über sich ergehen zu lassen, ergeben zu nicken und eine gemurmelte Entschuldigung darzubringen? Schließlich hatte er sich bereits bei seiner zukünftigen Braut entschuldigt. Damit hatte er eigentlich schon seinen Soll erfüllt.
Es war etwas, das andere nicht zu verbergen wussten, etwas, das sie für ihn lesbar machte. Und es war etwas, das er in unzähligen Stunden hatte erlernen müssen: tastend, mit den Händen in den Gesichtern seiner Schwestern, aufmerksam für jede noch so kleine Regung. Er hatte vieles lernen müssen – was ein Lächeln war, wie es sich anfühlen mochte, wie es vielleicht aussah, auch wenn er es niemals mit seinen Augen gesehen hatte.
Aufmerksam nahm er wahr, wie sie den Griff um seinen Arm lockerte, ihn jedoch nicht losließ. Auch er seinerseits unterbrach den Kontakt nicht – vielleicht aus Höflichkeit, vielleicht aber auch, weil ihm bewusst war, dass er sich mit der Tatsache ihrer Hochzeit würde arrangieren müssen und es ihm nichts einbringen würde, seine eigene Frau zur Feindin zu machen. Sie würden miteinander leben. Vielleicht würden sie eines Tages sogar eine Familie gründen. Sie würden Schulter an Schulter stehen müssen, wenn sie in ihrer Welt bestehen wollten. Es war eine Partnerschaft – vielleicht eine erzwungene, doch eben eine Partnerschaft. Cathal war nicht dumm, auch wenn er ein überschäumendes Temperament sein Eigen nennen konnte.
Dass sie sich für den Umstand seiner Blindheit entschuldigte, ließ den jungen Fraser leicht den Kopf schütteln.
Er führte sie ein Stück weiter den langen, gemauerten Pfad entlang, der sich an den Klippen entlangzog – ein Weg, auf dem er einst mit Niamh und Moira gespielt hatte, als sie noch Kinder gewesen waren. Aufmerksam lauschte er der jungen Frau an seiner Seite, während sie von ihrer Heimat erzählte, und er hörte deutlich, wie viel sie ihr bedeutete.
Doch das war eine Sorge, um die sich Cathal später kümmern konnte. Und wer, wenn nicht er selbst, war ein wahrer Meister darin, eine Schelte über sich ergehen zu lassen, ergeben zu nicken und eine gemurmelte Entschuldigung darzubringen? Schließlich hatte er sich bereits bei seiner zukünftigen Braut entschuldigt. Damit hatte er eigentlich schon seinen Soll erfüllt.
„Dann stehen die Karten ja gut, dass wir einander noch überzeugen können“
, sagte der junge Fraser leichthin, während sich das Schmunzeln auf seinen Lippen zu einem schiefen Lächeln wandelte. Er hatte diesen Ton in ihrer Stimme wahrgenommen – jenes feine, helle Klingen, das Worte begleitete, wenn sie von einem Lächeln getragen wurden.Es war etwas, das andere nicht zu verbergen wussten, etwas, das sie für ihn lesbar machte. Und es war etwas, das er in unzähligen Stunden hatte erlernen müssen: tastend, mit den Händen in den Gesichtern seiner Schwestern, aufmerksam für jede noch so kleine Regung. Er hatte vieles lernen müssen – was ein Lächeln war, wie es sich anfühlen mochte, wie es vielleicht aussah, auch wenn er es niemals mit seinen Augen gesehen hatte.
Aufmerksam nahm er wahr, wie sie den Griff um seinen Arm lockerte, ihn jedoch nicht losließ. Auch er seinerseits unterbrach den Kontakt nicht – vielleicht aus Höflichkeit, vielleicht aber auch, weil ihm bewusst war, dass er sich mit der Tatsache ihrer Hochzeit würde arrangieren müssen und es ihm nichts einbringen würde, seine eigene Frau zur Feindin zu machen. Sie würden miteinander leben. Vielleicht würden sie eines Tages sogar eine Familie gründen. Sie würden Schulter an Schulter stehen müssen, wenn sie in ihrer Welt bestehen wollten. Es war eine Partnerschaft – vielleicht eine erzwungene, doch eben eine Partnerschaft. Cathal war nicht dumm, auch wenn er ein überschäumendes Temperament sein Eigen nennen konnte.
Dass sie sich für den Umstand seiner Blindheit entschuldigte, ließ den jungen Fraser leicht den Kopf schütteln.
„Das muss es nicht. Es ist ein Schicksal wie jedes andere – wer weiß schon, wofür es gut ist“
, entgegnete er ruhig, während er den Kopf ein wenig drehte, dem Wind folgend und den salzigen Geruch des Meeres tief in seine Lungen zog. „Vielleicht wäre ich ja noch arroganter, wenn ich sehen könnte“
, fügte er selbstironisch hinzu, als sein Kopf sich wieder in Muiríns Richtung wandte, ohne sie dabei bewusst ansehen zu können. „Ich bin seit meiner Geburt blind“
, bestätigte er ihre Frage und hielt einen Moment inne, als überlegte er, wie viel er preisgeben wollte. Schließlich sprach er weiter: „Meine jüngeren Schwestern halfen mir, die Welt zu begreifen – mit meinen Händen, durch Gerüche und durch Töne. Sie versuchten sogar, mir Farben zu erklären, was zugegebenermaßen eine große Herausforderung war.“
Wieder zupfte ein leises Lächeln an seinen Mundwinkeln.Er führte sie ein Stück weiter den langen, gemauerten Pfad entlang, der sich an den Klippen entlangzog – ein Weg, auf dem er einst mit Niamh und Moira gespielt hatte, als sie noch Kinder gewesen waren. Aufmerksam lauschte er der jungen Frau an seiner Seite, während sie von ihrer Heimat erzählte, und er hörte deutlich, wie viel sie ihr bedeutete.
„Ishcateslieve klingt, als ließen sich auch dort Orte finden, an denen man seine Ruhe vor anderen Menschen hat“
, sagte er ruhig. „Allein der Quellen wegen sollten wir Eure Familie wohl eines Tages besuchen.“
Cathal kannte warme Bäder, doch in einer heißen, salzigen Quelle hatte er selbst noch nie gelegen. „Ich fürchte allerdings, dass ich nicht schwimmen kann“
, gestand der Fraser schließlich und empfand sich insgeheim ein wenig albern dafür, dass er ihr Kichern schön fand. Es lag etwas Unbeschwertes darin, beinahe Kindliches – etwas, das ihm in den vergangenen Jahren abhandengekommen war. Und er wusste, dass er zu feige war, sich einzugestehen, woran das lag.
![[Bild: Cathal_Signatur_01.png]](https://into-oblivion.de/grafiken/RPG/facingthestorm/Cathal_Signatur_01.png)
