Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


The Weight of What Awaits
12.11.1016 - 20:00
Anwesen der Al-Mazhirs

Sommerland
Samir Al-Mazhir
Sommerland
Alter 29
Beruf König von Matariyya
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Verwitwet
User Mim
#1
Langsam war die Sonne über Dharan al-Bahr gesunken, hatte ihre Wärme mit sich genommen. Einzig und allein die Lehmwände der Häuser in den Straßen strahlten noch eine Erinnerung davon ab, sorgten dafür, dass die Menschen nicht froren, auch wenn so manchen ob der aufkommenden leichten Brise ein kalter Schauer über die mit perlendem Schweiß bedeckte Haut glitt. Die von der oft harten Arbeit im Freien gebräunten Gesichter nahmen einen entspannteren Ausdruck an, als der Abend Einzug hielt und mit ihm Ruhe einkehrte, sie sich eine Pause gönnen konnten, so sie nicht in den Schenken oder anderen bis spät in die Nacht geöffneten Etablissements ihr Tag- - oder in diesem Falle eher - Nachtwerk verrichteten. Hier und dort sah man Kinder lachend durch die Gassen huschen, aufgeschreckt von den Stimmen strenger Mütter und Großmütter, die sie zum Nachhausekommen ermahnten. Schließlich waren die Straßen Matariyyas kein Spielplatz nach Einbruch der Dunkelheit - zumindest nicht für so zarte Seelen, auch wenn manche von ihnen wahrscheinlich schon mehr dunkle Erinnerungen in sich trugen, als der Geist eines Adeligen hinter verschlossenen Palasttüren überhaupt vermochte aufzunehmen. Von einem der geöffneten Gasthäuser drang der Geruch von Curry, Zimt und gebratenem Hammel herüber, mischte sich mit der stickigen, von Sand geschwängerten Nachtluft und sorgte für ein Aroma, das der Stadt ganz eigen war. Eines, mit dem Samir aufgewachsen war, der nun vom Balkon seines Zimmers im Anwesen seiner Eltern aus das sich legende Treiben beobachtete.

Ein Schatten hatte sich über das Gesicht des 29-Jährigen gelegt, der nichts mit den schwindenden Strahlen des glühenden Himmelskörpers zu tun hatte. Die blauen Augen, die ebenso markant herausstachen wie die fast modelliert zu scheinenden Wangenknochen des Dunkelhaarigen, schweiften über die Stadt, die er sein zu Hause nannte und der er doch in jüngeren Jahren und vor allem in seinen frühen, 20 Sommern , viel zu oft fern gewesen war. Sein Vater hatte darauf bestanden, dass er Kontakte knüpfte, an seinem diplomatischen Geschick feilte und seinem Elternhaus somit Vorteile einbrachte. Etwas, das ihm ob der bevorstehenden Verantwortung, die auf seinen Schultern lasten würde, hoffentlich zugute kommen würde. 3 Tage noch und ihm würde ein Schicksal zuteil werden, von dem er nie zu hoffen gewagt hatte. Wie ein Fiebertraum kam ihm der Moment vor, als der Rat ihn zum Nachfolger für den Thron bestimmt hatte. Und doch war er Wirklichkeit. Samir hätte selbst daran gezweifelt, so er nicht im Moment tagtäglich durch diverse Vorbereitungen auf das bevorstehende Fest daran erinnert worden war. In den meisten Fällen dienten sie ihm als willkommene Ablenkung, die ihn davon abhielt in Nervosität und Panik zu verfallen. Doch jetzt, in den stillen Momenten, da das rege Treiben verstummte und einem leisen Summen der ruhigen Lebendigkeit Raum gab, da fühlte er, wie sich sein Herzschlag beschleunigte. Wie ein leises Zittern in seine vom Schweiß benetzten Hände einkehrte und die Gedanken in seinem Kopf begannen, Kreise zu drehen. Zweifel zu sähen.

Mit einem leisen Ruck stieß Samir sich vom Geländer des Balkons ab und trat durch die in der Nachtluft wehenden Vorhänge, die den Eingang zu seinen Gemächern verhüllten. Der Stoff fühlte sich beinahe schon warm auf seiner abgekühlten Haut an. Ein Gefühl, das er selten kannte, war er doch ein Sonnenkind das die Wärme liebte und sonst selten fror. Anders als jene, die so lange unter der Krone gelitten hatten. Deren Körper von den Strapazen ausgemergelt waren und um jedes Stück Brot, um sauberes Wasser und etwas zertretenes Obst auf den Böden kämpften. All das würde sich ändern, das hatte Samir sich felsenfest vorgenommen. Und doch. Da war diese leise Stimme in seinem Hinterkopf, hinterhältig, zischend und süßlich-strafend, die ihn fragte, wie er all das zu bewerkstelligen gedachte. Die seine Autorität hinterfragte. Ihn klein machte und verhöhnte. Der junge Mann schluckte, wischte sich die Handflächen an seinen Leinenhosen ab und trat an einen kleinen Tisch, auf dem kühler, gesüßter Wein auf ihn wartete. Daneben hatte man eine kleine Platte mit Oliven, getrockneten Tomaten und Käse platziert. Seiner Mutter war in den letzten Tagen wohl aufgefallen, dass ihr Sohn kaum einen Bissen herunterbrachte. Mit unruhigen Fingern griff er also nach der Karaffe und goss eines der Gläser zur Hälfte voll. Vorsorglich hatte man ein zweites bereitgestellt, denn es war ein unausgesprochenes Geheimnis, dass er seine Nächte im seltensten Fall alleine verbrachte. Und auch an diesem Abend hoffte er, dass er dies nicht müssen würde. Ihn jener Mann, der nicht nur seine Gedanken sondern vor allem auch sein Herz bestimmte, ihm nicht fern bleiben würde.

Bereits die ersten Tropfen des süßen, alkoholhaltigen Traubensaftes beruhigten Samirs Nerven merklich. Leise zwang er sich dazu, langsam und tief ein und aus zu atmen, um seinen rasenden Puls zu verlangsamen und der Panik keinen Raum zu geben, denn sofort drangen ihm wieder die Worte seines Vaters ins Gedächtnis. Das Volk brauchte einen starken König, zu dem es aufsehen konnte. Keinen Schwächling mit flatternden Nerven, der sich seiner Sache nicht sicher war. Aber das war er. Er wusste, woran es den Menschen fehlte - oder zumindest glaubte er es zu wissen. Wo sein Platz war und was er erreichen wollte. Und sollte er doch einmal schwanken, so hatte er Tariq an seiner Seite, der ihm den rechten Weg wies. Eine Stütze war. Sein Fels in der Brandung - aber gerade noch mit Abwesenheit glänzte. Das dem nicht mehr lange so sein würde war Samir sich sehr sicher, denn der Abend war noch jung und an seiner Seite zu sein, ihn zu unterstützen, nun einmal nicht die einzige Aufgabe seines Geliebten. Oh und wie er diesen Mann liebte. Ein leises Lächeln schob sich auf die Lippen des zukünftigen Königs, ehe er einen erneuten, kleinen Schluck nahm. Für ihn würde er die Welt aus den Angeln heben - oder veranlassen, dass es geschah.

Penis.
[Bild: Mo5Wo-YZ.png]
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Zitieren
Sommerland
Tariq Al-Fawahir
Sommerland - Admin
Alter 31
Beruf Berater des Königs
Wohnort Dharan Al-Bahr
Stand Ledig
User Cat
#2
So unwirklich sich die Situation für Samir anfühlte, so real war sie für Tariq. Nichts war dem Zufall überlassen worden. Was für Samir wie ein Traum anmuten musste, war pure Realität. Absolutes Kalkül. Sie hatten ihn dort positioniert, wo sie ihn brauchten. Wo er glänzen würde. Sein Licht würde heller strahlen als die Sonne über Dharan al-Bahr und es würde hoffentlich niemals untergehen. Und wenn doch, dann würden sie die nächste Marionette auf den Thron setzen. Obwohl Tariq sich selbst nicht als Marionette sah. Eher war er der Puppenspieler, der die Fäden in seinen Händen hielt. Einige verzichtbare überließ er gerne auch Keeran. Sie waren beide Strippenzieher, Gegner, Mitspieler. Die Rollen vermischten sich in einem perfekten Tanz. Farben spielten ineinander, blieben getrennt und doch verbunden. Hell und dunkel weigerten sich, zu einer grauen Masse zu werden. Einheitsbrei gab es nicht in Dharan al-Bahr. Nicht, wenn es nach den beiden Männern ging, die sich ihren Weg machten.
Tariq hatte beobachtet, wie Samir auf dem Balkon gestanden hatte. Die immer schwarze Kleidung der rechten Hand des zukünftigen Königs hatten ihn mit der Finsternis verschmelzen lassen. Das rabenschwarze Haar, der dunkle Bart... all das machte Tariq zu einem Mann, der im Schatten ungesehen agieren konnte. Vielleicht mochte es aber auch daran liegen, dass man der Schlange nachsagte, dass sie die Dunkelheit im Herzen trug. Dann und wann brach sich die Finsternis Bahn. Und sie legte sich über alles, was ihm wichtig war. Fing ein, was zu flüchten gedachte. Und in absoluter Schwärze konnte nicht einmal das Licht Samirs strahlender Persönlichkeit nach außen dringen. Die Dunkelheit in Tariq würde ihn früher oder später vollständig verschlingen.

Als Samir wieder nach drinnen ging, verließ auch Tariq seine Position und setzte seinen Weg fort. Gemütlich. Nicht zu eilig. Er wollte ihn bewusst warten lassen, jeden kostbaren Moment ausnutzen, in denen Samir sich nicht sicher war, ob er doch noch kam. Wollte diese kleine Ungeduld in seinen Zügen sehen. Aber vermutlich hatte er ohnehin wieder süßen Wein vor sich stehen und bekämpfte die eigene Nervosität mit Alkohol. Bei dem Gedanken daran verzog Tariq das Gesicht. Er trank ausgesprochen selten. Er mochte es nicht, wenn der Alkohol seine Sinne benebelten. Aber sei es drum. Den ein oder anderen Kelch konnte er auch mit Samir zu sich nehmen, bevor er dessen wunderschönen Körper vor sich in die Laken warf.
Er freute sich bereits darauf, mit seinen Fingern all die kleinen Wölbungen seiner Muskeln zu ertasten. Seine Sinne zu betäuben, wie kein Wein dieser Welt es konnte. Wie er ihn zum Stöhnen brachte. Wie sich der schlanke Körper des zukünftigen Königs unter ihm wand. Er würde ihn betten lassen. Ein wenig. Und vielleicht erlaubte er ihm dann sogar etwas Erleichterung. Vielleicht. Denn Tariq schätzte es, dass diese kleinen Treffen unter der Bedingungen standen, dass er entschied, wie sie ausgingen. Er mochte die Kontrolle. Das Spiel. Die kleinen Aufmüpfigkeiten. Er war gerne der Stärkere. Und so banden sie es in ihr Spiel miteinander ein, ohne das Samir es jemals hinterfragt hätte. Er wog sich in Sicherheit. In Vertrauen. Und Tariq ließ ihn.
«Du weißt, was ich davon halte, wenn du trinkst», eröffnete er also einige Augenblicke später, als er die Räumlichkeiten des Freundes betrat. «Das betäubt nur deine Sinne und dann bekommst du am Ende gar nicht mit, was ich alles so mit dir mache.»
Er zog ihm den Becher aus den Händen und Samir stattdessen in einen innigen Kuss. Nicht grob, natürlich. Doch drängend. Forschend. Seine Zunge fand einen Weg in den Mund des anderen Mannes, seine Finger fuhren durch sein Haar, nachdem er den Kelch ohne hinzusehen abgestellt hatte.
[Bild: Ben_Barnes_Sirius_Signatur.png]
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Zitieren
Sommerland
Samir Al-Mazhir
Sommerland
Alter 29
Beruf König von Matariyya
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Verwitwet
User Mim
#3
Samir spürte ihn, bevor er ihn sah oder hörte. Es war dieses leise Kribbeln im Nacken, das eine Gänsehaut auslöste und den Al-Mazhir die Augen schließen ließ. Er wusste nicht, wann er diese Reaktion auf Tariq entwickelt hatte, aber der leise Takt, der sich zu Beginn bei der Anwesenheit des Älteren eingeschlichen hatte, hatte sich über die Monate hinweg zu einem leidenschaftlichen Staccato entwickelt, das beinahe schon Samirs Herzschlag vorgeben zu schien, sobald der Al-Fawahir sich auch nur in der Nähe befand. Ob dieser sich seiner Wirkung auf Samir bewusst war? Der 29 Jährige war sich beinahe sicher, dass dem so war.
Bei Tariqs Worten lief ein leiser Schauer über Samirs Rücken, einem eiskalten Tropfen Wasser gleich, der sich einen Weg über seine Haut bahnte und mit ihm regte sich das schlechte Gewissen. Ja, er wusste, dass sein Geliebter eine gewisse Aversion gegen den Genuss von Rauschmitteln hegte und er konnte auch nicht leugnen, dass er ob seiner nervlichen Lage in den letzten Tagen vielleicht etwas zu oft auf den süßen Traubenwein zurückgegriffen hatte. Nun war es aber nicht so, dass Samir zu jenen gehörte, die sich bis zur Besinnungslosigkeit betranken. Ein oder höchstens zwei Gläser genügten ihm, die er auch nie zu sich nahm, ohne vorher etwas gegessen zu haben oder genug Wasser dazu zu trinken, denn dass Trunkenheit fatale Folgen haben konnte, hatte er schon früh auf sehr bittere Art und Weise gelernt. Zwar war er - Dank sei wem auch immer - nur im Springbrunnen des familiären Anwesens nackt aufgewacht, aber die Schmach war dennoch groß genug gewesen, als ihn sein Vater ihn so aufgefunden hatte. Zwei Wochen lang hatte er kaum ein Wort mit ihm gesprochen und Samir hatte sich dem Spott seines Bruders hingeben müssen, der Enttäuschung seiner Mutter. Die Erinnerung an eben jene Gefühle war es jetzt, die ihn beinahe zusammenzucken ließ, die das schlechte Gewissen nur noch mehr schürte.

Ergeben senkte Samir also den Kopf und ließ zu, wie ihm die warmen Hände Tariqs den Kelch entzogen, den er vielleicht schon etwas zu fest umklammert gehalten hatte. Nur folgte darauf nicht die beinahe ängstlich erwartete Bestrafung in Form von Distanz, nein, ehe er auch nur in irgendeiner Weise reagieren hätte können spürte er den Mund des Älteren auf dem seinen, seine Zunge, die die seine zu einem Tanz einlud, dessen Schritte Samir nur zu gut kannte. Ein leises Seufzen drang durch seine geöffneten Lippen und er lehnte sich in die Berührung wie ein verdurstender an eine sprudelnde Quelle. In gewisser Weise war er das ja auch. Dürstend nach Zuneigung, Zuwendung und Liebe. All diese Dinge, die nur Tariq ihm auf diese befriedigende und erfüllende Art und Weise geben konnte. Eine Art und Weise, die ihn regelmäßig hinterfragen ließ, ob er jemals in seinem Leben wirklich glücklich gewesen war oder vielmehr immer schon ein leeres Gefäß, das darauf gewartet hatte, dass der Al-Fawahir es mit seiner Präsenz füllte. Beinahe schon einen Schritt zurückstolpernd legten sich Samirs Hände auf Tariqs Brust, krallten sich in den Stoff dessen Hemdes. Nicht genug. Nein. Es würde niemals genug sein. Er wollte seine warme Haut unter seinen Händen spüren und für einen Wimpernschlag - nein - wenn gar eine Nacht lang vergessen, welche Ereignisse wie ein Damoklesschwert über seinem Haupt zu hängen schienen. "Ich... lass es mich wieder gut machen..." Kurz nach Atem ringend löste er sich aus dem Kuss, nur um seinen Kopf danach etwas zu neigen und seine Lippen erneut Tariqs Körper suchen zu lassen, eine Spur auf dessen Mundwinkel zu hinterlassen ehe seine Zungenspitze sanft und beinahe entschuldigend die Konturen seines Mundes nachzogen.
[Bild: Mo5Wo-YZ.png]
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Zitieren
Sommerland
Tariq Al-Fawahir
Sommerland - Admin
Alter 31
Beruf Berater des Königs
Wohnort Dharan Al-Bahr
Stand Ledig
User Cat
#4
Ob er sich der Wirkung auf den zukünftigen König bewusst war? Selbstverständlich. Tariq Al-Fawahir hatte in seinem Leben noch nie irgendwas dem Zufall überlassen. Aber wie nah er Samir gekommen war, war selbst für ihn überraschend. Den eigenen Vorlieben kam es zu Gute, sicher. Aber wenn er in diese dunklen Augen schaute, tiefblau wie die tiefste See, die Menschenaugen je selbst erblickt hatten... empfand er nichts. Nichts außer tiefer Zufriedenheit. Die Gewissheit, dass er einen Bann erschaffen hatte, den Samir nicht einfach brechen würde. Er sah in diese unschuldigen Augen und wusste, dass Samir ihm gehörte. Mit Haut und Haar. Alles, was er hatte. Seine Gefühle. Sein Besitz. Sein Einfluss. All das gehörte Tariq und er konnte es sich mit einem Fingerschnipsen nehmen. Genau wie er ihn nehmen konnte. Widerstand hatte er kaum zu erwarten.
«Ich muss dich kaum erinnern, wie die letzte Volltrunkenheit abgelaufen ist? Und wo sie endete? Du hast nun eine Außenwirkung, Samir. Und in einigen Tagen wird ganz Matariyya deinen Namen kennen. Man wird jeden Schritt, den du tust, ganz genau beobachten. Und du willst doch kein König sein, der seinem Volk Anlass gibt, an ihm zu zweifeln, hmh?»
Ein zufriedenes Lächeln umspielte seine Lippen, als Samir den Kopf senkte und sich somit ganz und gar in seine schützenden Hände begab. In seine Weisung, die ihm den Weg zeigte, den er zu gehen hatte. Samir hielt es für Romantik. Doch für Tariq waren es die Zügel, die er locker in der Hand halten konnte, während sein Reittier brav trainiert in die passende Richtung lief. Wenn man es nur weit genug an die heimischen Stallungen gewöhnt hatte, würden seine Instinkte es immer wieder zurück nach Hause führen. Die Heimat wirkte in diesem Fall wie der Richtstern am Himmel, den ein Navigator nutzte, um anhand der Gestirne zu bestimmen, welche Route man nehmen musste.
Der Kuss war intensiv. Er konnte die leichte Säure des Weines noch auf den Lippen des jüngeren Mannes schmecken. Er spürte die Sehnsucht. Wie sich Samirs Körper unter seinen Händen ihm entgegen bog. Wie sein Atem stockte. Und er genoss diese Macht.
Wenn er wollte, dann hatte er sogar Gewalt über das Leben seiner Liaison. Er hätte alles tun können. Und während Samir nach Luft rang und sich nur schwer von ihm lösen konnte, seine Hände sich in Tariqs Hemd krallten, blieb der Schwarzhaarige hoch aufgerichtet stehen. Nur seine Augen folgten den Bewegungen seines untertänigsten Dieners und ein fast schon wohlwollendes Lächeln zeichnete sich auf seine Lippen, während er ihm die Küsse erlaubte. Ihm zugestand, wie seine Lippen an seinem Körper entlang suchten.
«Knie dich hin.»
Der Befehl stand allein für sich. Seine Stimme war warm wie Honig in Tee, doch der Befehl war unmissverständlich und klar.
«Ich will, dass du die Augen schließt und den Kopf in den Nacken legst. Die Hände nimmst du auf den Rücken.»
Wenn er es wieder gut machen wollte, dann konnte Tariq sich auch ein wenig Spaß gönnen. Und wer hatte schon den Luxus, einen König vor sich knien zu lassen. Diese Macht hatte niemand auf der ganzen weiten Welt. Nur er hatte sie. Er war besonders. Er war es, der eigentlich Macht hatte. Und dieser Umstand stimmte ihn schon jetzt ausgesprochen zufrieden.
[Bild: Ben_Barnes_Sirius_Signatur.png]
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste