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Where we left ourselfs
25.11.1016 - 21:55
Zwischen den Städten

Winterland
Sanna Lorenson
Winterland
Alter 22
Beruf Jägerin
Wohnort Rabenrast
Stand Ledig
User Natsch
#5
Sanna bemerkte die kleine Bewegung an dem Griff seines Schwertes, seinen Blick, der ihr nichts verriet - außer, dass in ihm offenbar gerade nichts war. Nichts, das ihr zeigte, dass er dieses leise Ziehen zwischen ihnen wahrnahm, gegen das sie sich beide so vehement gewehrt hatten. Nichts, das an Erleichterung oder Anteilnahme erinnerte. Einfach nichts.
Eine beneidenswerte Eigenschaft, wie sie fand, während hinter ihren eigenen dunklen Augen ein Sturm tobte, der das Chaos in ihrem Kopf und ihrem Herzen schonungslos preisgab.

„Du bist also nicht tot“

Diese schlichte, fast beiläufige Feststellung traf sie härter, als sie erwartet hatte. Sannas Herz sank, als würde es ihr für einen Moment aus der Brust gezogen und tiefer fallen gelassen. Beinahe hätte sie den Blick abgewandt, sich diesem Gefühl entzogen - doch dann war da dieser feine Riss im Bernstein seiner Augen. Ein kaum wahrnehmbares Aufflackern. Sie konnte es nicht benennen, nicht festhalten, aber es genügte. Es war genug, um ihr zu sagen, dass sie nicht gleichgültig war. Nicht ganz. Und in diesem winzigen Moment wusste sie: Auch wenn er es niemals aussprechen würde - irgendetwas zwischen ihnen lebte noch.
Als er von seiner Suche erzählte und davon, dass es eine dumme Idee gewesen sei, nach ihr zu fragen, hoben sich ihre Augenbrauen nur leicht. „Es ehrt mich, dass du diese Mühen auf dich genommen hast.“ Ihre Stimme wurde leiser, brach an der Kante eines unausgesprochenen Gedankens. Denn ein Teil von ihr wusste, dass eine Frau ihres Standes eigentlich nicht der Mühe wert war. Sie war ein Name irgendwo in der Winterwildnis — unbedeutend, ohne Rang, ohne Gewicht. Keine Persönlichkeit, deren Verschwinden Fragen aufwarf. Damit machte sie ihr Leben nicht klein. Aber sie kannte den Kontrast zwischen seinem Stand und ihrem nur allzu gut. „Ich werde dich für deine Strapazen entschädigen“, sagte sie schließlich mit plötzlicher Bestimmtheit, beinahe so, als erteile sie einen Auftrag. „Nur nicht mit Leder aus dem Frühlingsland - die Häute hier sind nicht so fest und dick wie die aus unserer Heimat.“ Während die Tiere in Norsteading das ganze Jahr über mit der Kälte kämpften, hatte die Evolution ihre Häute dicker und widerstandsfähiger werden lassen. Und eigentlich … war all das in diesem Moment egal. Sie wollte ihm nur nichts schuldig sein. Es fühlte sich nicht richtig an.

Während sie sprach, hielt sie seinen Blick. Hatte seine Ausdruckslosigkeit sie zuvor noch herausgefordert, so schüchterte sie sie nun ein. Die Stille, die auf ihre Worte folgte, war nicht leicht - sie legte sich wie zusätzliches Gewicht auf ihre Schultern. Und doch musste sie nicht mit weiteren Worten gefüllt werden.
Es war ihre Schuld, dass es sich jetzt so anfühlte. Dessen war sich Sanna bewusst. Und gerade deshalb konnte sie akzeptieren, dass es zwischen ihnen im Moment genau so war, wie es war. Auch wenn sie es sich anders wünschte.
Und dann sagte Veith etwas, das ihr Herz für einen flüchtigen Moment aus dem Rhythmus brachte. Es waren einfache Worte, ruhig gesprochen, ohne Pathos — und doch trugen sie mehr in sich, als sie und vielleicht auch er zugeben wollten.

Er war froh, dass sie da war.

Das Lächeln, das sich an Sannas Mundwinkeln regte, war verhalten, aber warm, und ein leichter Schatten von Zuneigung huschte über ihr Gesicht. „Ich habe oft an dich gedacht.“ Es war keine Lüge - ein stiller Hinweis darauf, dass sie das, was zwischen ihnen geschehen war, nicht vergessen hatte. Auch wenn der Moment denkbar ungünstig war. Wer wusste schon, ob sie sich danach jemals wiedersehen würden? Vielleicht würde er fallen oder gefangen genommen werden. Vielleicht würde ihr abendlicher Besuch sie verraten, und jemand würde ihr auflauern. Was auch immer kommen mochte - ihre Zukunft lag im Dunkeln, so unsicher wie der Augenblick zwischen ihnen. Und gerade das machte diesen Moment in seiner Flüchtigkeit so unglaublich kostbar und zerbrechlich, dass Sanna nicht wusste, ob sie ihn einfach vorbeiziehen lassen sollte. Konnte sie es? Durfte sie es? Doch bevor sie den Gedanken weiter ausführen oder eine Entscheidung treffen konnte, fragte er sie, ob er sie zu Valdas Vater führen sollte. Instinktiv nickte sie, weil das einfacher schien, als die letzte Distanz zwischen ihnen zu überbrücken. Und zugleich bedeutete es, dass sie ihn in ein Geheimnis einweihen musste, das letztlich auch für ihn gefährlich werden konnte. Nachdenklich kaute sie auf ihrer Unterlippe und fuhr sich durch das lange, blonde Haar. Sie vertraute Veith - aus welchem Grund auch immer. Vielleicht aus einem unvernünftigen Grund, vielleicht, weil ihr törichtes Herz sich an ihn gehängt hatte. Sie trat einen Schritt näher - diesmal nicht der Nähe wegen, sondern weil sie es so leise wie möglich sagen wollte. Auf Zehenspitzen stützte sie eine Hand an seiner Brust und flüsterte ihm ins Ohr: „Leif Stelhammer ist Valdas Vater.“
[Bild: Sanna_Signatur_03.png]
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Where we left ourselfs - von Sanna Lorenson - 04-11-2025, 17:30
RE: Where we left ourselfs - von Sanna Lorenson - 18-11-2025, 22:59
RE: Where we left ourselfs - von Sanna Lorenson - 12-01-2026, 17:40
RE: Where we left ourselfs - von Sanna Lorenson - 10-02-2026, 00:04

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